Zeitung Heute : Innovation im Herzen der Stadt

Kurt Kutzler

Die aktuelle Wirtschaftskrise ist mittelfristig nur dann zu bewältigen, wenn die deutsche Wirtschaft ihre Innovationskraft und damit auch ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit steigert. Dazu muss sie auf das Potenzial ihrer Universitäten und Forschungseinrichtungen aufbauen, da neue Produkte, Dienstleistungen und Allianzen für zukunftsweisende Unternehmensideen heute vor allem durch wissenschaftlich-technische Innovationen entstehen. Sie werden getragen durch eine neue Generation von jungen Forschern, Entwicklern und Existenzgründern mit exzellenter Ausbildung. Deshalb ist es ein Gebot der Stunde, die sogenannten MINT-Fächer, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, stark zu fördern.

Die TU Berlin hat sich diesem Ziel seit langem verschrieben, ist sie doch die einzige Universität in der Region, die ingenieurwissenschaftliche Studiengänge anbietet. Wir leisten in Zusammenarbeit mit den außeruniversitären Einrichtungen einen wesentlichen Beitrag für eine moderne Forschung in diesen Disziplinen, qualifizieren den dringend benötigten Nachwuchs und geben dadurch zahlreiche Impulse für den Wirtschaftsstandort Berlin. Das zeigen eindrucksvoll unsere Vernetzungen mit den großen Unternehmen Deutschlands wie Telekom, Deutsche Bahn, Vattenfall, Siemens, Daimler oder Thyssen-Krupp und ebenso unsere zahlreichen Ausgründungen, die den Mittelstand stärken. Einige von ihnen haben ihren Firmensitz in Charlottenburg, also in unmittelbarer Nähe zur TU Berlin, der Universität der Künste und anderer Forschungseinrichtungen gewählt.

Diesem Standort wird ein hohes Entwicklungs- und Kreativitätspotenzial zugeschrieben. Ist doch zwischen Bahnhof Zoologischer Garten und Spreebogen die Wissenschaftsdichte sechsmal so hoch wie auf dem erfolgreichen Wissenschaftsstandort Adlershof im Südosten der Stadt. In Charlottenburg treffen Forschung, Lehre, Hightech, Leben und Wohnen aufeinander. Dieses Potenzial überzeugte die Adlershof Projekt GmbH, den Charlottenburger Stadtrat für Wirtschaft, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und die beiden ansässigen Universitäten, sich in dem Projekt „Nachhaltige Vitalisierung des kreativen Quartiers um den Campus Berlin-Charlottenburg“ zusammenzufinden und an einem Zukunftskonzept für den Standort zu arbeiten.

Auch der neu erstellte Masterplan für die TU Berlin unterstreicht unsere Standortaktivitäten: Indem wir uns von teuren externen Flächen zurückziehen und auf unser Charlottenburger Areal konzentrieren, entwickeln wir uns zu einer der wenigen europäischen Campusuniversitäten im Zentrum einer Metropole.

Der Autor ist Präsident der TU Berlin.

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