Zeitung Heute : Inspirierter schreiben mit schönen Stiften

Nicht nur Sammler lieben limitierte Editionen

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Es muss ja nicht gleich der Mont Blanc Kuli für 9000 Euro sein. Wer einen edlen Stift zur Hand nimmt, offenbart die eigene Wertschätzung gegenüber dem, was er zu Papier bringt. Mal abgesehen davon, macht es einfach Spaß, so ein kostbares Teil in der Hand zu halten. Vielleicht fließen einem ganz neue Gedanken aus der Feder, vielleicht beflügelt das Gefühl, nicht einfach eines dieser üblichen Schreibwerkzeuge zum Wegwerfen zu irgendwelchem praktischen Alltagstun zu benutzen. Ein schöner Stift ist ja ein bisschen wie ein fortgeschriebenes Schmuckstück. Man trägt ihn nicht am Körper befestigt, sondern muss ihn hüten, als sei man mit einem unsichtbaren Band mit ihm verbunden. Neuerdings gibt es auch „Limited Editions“, beispielsweise den Füllfederhalter „Brandenburger Tor“, der 15 Jahre nach dem Mauerfall in einer Auflage von nur 89 (wie das Jahr!) erschienen ist und die Charakteristika des Einheitssymbols in 750er Gelbgold auf Korpus und Kappe des dunkelblau schimmernden Schreibgeräts trägt. Mit 16 400 Euro hat er seinen Preis und kann mit seiner Aura so manche teure Armbanduhr einfach ausstechen.

Begrenzte Auflagen geben einem Stück noch mehr Wert und Exklusivität und sind auch bei Sammlern begehrt. Bei Mont Blanc gibt es sie seit 1992. Bislang waren sie unter anderem Karl dem Großen, der Marquise de Pompadour und Nicolaus Copernicus gewidmet. Das vielfältige soziale Engagement der Firma, zum Beispiel gegen Analphabetismus, leistet einen Extrabeitrag zum guten Gefühl der Benutzer. Besondere Stifte gibt es nicht nur in extrem hohen Preislagen.

Auch der Bleistift aus der Serie „Ambition“ von Faber-Castell ist für 45 Euro kein Objekt, das man gerne verliert. Aber vielleicht genau richtig für Luxus-Einsteiger, die ihr Selbstvertrauen, dass die schönen Dinge für immer bei ihnen bleiben, erst noch trainieren müssen. Bi

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