Zeitung Heute : Interaktiv für Anfänger

Glotze! Viereckige Lichtgestalt am Ende des dunklen Arbeitstages, die Du uns zu Chips und Pilsner weidest auf einer grünen Au der Lustbarkeiten, dreißigkanaliges Spaßzentrum, in dessen Reich nie die Sendungen ausgehen! Aber trotzdem: Auch wenn es dreißigmal drei Kanäle wären, müsste uns doch die eigene Machtlosigkeit gegenüber den Programmdirektoren tief frustrieren. Nie die Goldmillion aufs eigene Konto lenken, nie einen Schlussstrich ziehen dürfen unter die Umtriebe von Kai Pflaume, Birgit Schrowange und Heiner Bremer - das schmerzt. Und die Wahl zwischen Jürgen und Alex kann nicht ernsthaft als Ersatz gelten. Deshalb wollen die jungen Leute heutzutage mit Macht das interaktive Fernsehen, sagt jedenfalls eine Umfrage von "TV Movie". Den Mörder raten, den Kamerablick wechseln, ruckartig einen Brontosaurier in die lahme Lindenstraße schicken oder Biolek mit einer gekochten Rinderbrust talken lassen - das ist die Zukunft. Die Frage ist freilich, wie das technisch aussieht, wo wir doch schon am PC immer nur Abstürze erreichen. Starten wir mit der Grundform des interaktiven Fernsehens: Lustige Musikanten? Dessousparty im Zillertal? Fenster auf, Gerät raus. Das wirkt zentral auf die Einschaltquoten.

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