INTERDISZIPLINÄR„Kunst und Philosophie“ : Verwandte Freunde

„Ich will aktive Kunst machen, eine Arbeit, die das Gehirn aktiviert“, sagte einmal der Künstler Thomas Hirschhorn. Er hat zuletzt den Schweizer Pavillon der Biennale in Venedig gestaltet und ist nun einer von zehn Künstlern, die sich im Neuen Berliner Kunstverein (NBK) an der hochkarätig besetzten Ausstellung „Kunst und Philosophie“ beteiligen. Darunter sind außerdem die junge Senkrechtstarterin Kitty Kraus, Bethan Huws, die Portugiesen João Maria Gusmão & Pedro Paiva, Turner-Prize-Träger Richard Wright. Die These: Es gibt eine Freundschaft zwischen Kunst und Philosophie.

Die walisische Konzeptkünstlerin Bethan Huws etwa ist für ihre sprachkritischen Arbeiten bekannt geworden. Kitty Kraus entwirft zwar formal strenge, geometrische Installationen aus Glas, Spiegel und Lampen, hinterfragt damit aber die Gesetzmäßigkeiten der Natur. Es geht um mehr als die Illustration von Ideen theoretischer Vordenker. Es geht um eine eigene Ordnung der Welt. „ Wir haben gemeinsame Fragen: Was ist Verantwortung, was ist Freiheit, was ist Souveränität? Das sind Fragen, die Thomas als Künstler und mich als Philosophen beschäftigen“, hat der Berliner Denker Marcus Steinweg und Kurator der NBK-Schau einmal in einem Interview über sich und Hirschhorn gesagt. Parallel zur Ausstellung wird es eine Vortragsreihe von neun internationalen Philosophen geben. Eine erste Frage kommt schon jetzt auf: Warum sind Kunst und Philosophie nur Freunde – und keine Verwandten? Anna Pataczek

Neuer Berliner Kunstverein, Sa 3.9. - So 30.10., Di-So 12-18 Uhr, Do 12-20 Uhr, Eintritt frei,

Programm der Vortragsreihe unter:

www.nbk.org/ausstellungen

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