Zeitung Heute : Internet-Event: Die größte Netzparty der Stadt

Kurt Sagatz

So wenig sich die diesjährigen Netdays Berlin allein wegen der Vielzahl und der Unterschiedlichkeit der Veranstaltungen genau klassifizieren lassen, eins sind sie bestimmt: Das größte Internet-Event, das Berlin bislang gesehen hat. An insgesamt 100 Orten in der Stadt werden 200 Partner der von der Europäischen Kommission initierten Veranstaltungsreihe sich und vor allem das Internet in all seinen Erscheinungsformen präsentieren. Frank Ebel, Staatssekretär der Berliner Schulverwaltung ist sich bereits sicher, dass Berlin durch die insgesamt 500 Veranstaltungen in der Zeit vom 18. bis zum 26. November zur ungekrönten Internet-Hauptstadt Deutschlands wird.

In keiner anderen Stadt vollzieht sich der Wandel zur Informationsgesellschaft derart schnell wie in Berlin, meint auch Hermann Josef Becker von der Deutschen Telekom, die die Netdays auch in diesem Jahr unterstützen. Zur weiteren Verbreitung des Internets in den Schulen will sein Unternehmen in 120 Berliner Schulen Internet-Ecken mit je vier Computern einrichten. Eine Berliner Schule erhält überdies ein komplett mit Computern vernetztes Klassenzimmer.

Auch wenn die junge Generation im Fokus der Netdays steht, sollen nach den Worten von Helen McNamara als Initiatorin der Berliner Netdays aber genauso alle anderen Interessierten angesprochen werden. Internet für alle meine genauso wie Kinder und Jugendliche auch Frauen, Behinderte, Taxifahrer oder Krankenschwestern. Mit den Netdays soll eine Brücke zwischen denen geschlagen werden, die Hilfe geben können, und denen, die Hilfe benötigen, ergänzte Klaus Kaiser vom Netdays-Verein.

Ganz konkrete Ziele werden von der Aktion "Art für Toleranz" verfolgt, die ein Zeichen gegen Fremdenhass, Gewalt und Rechtsradikalismus setzen will. Kinder und Jugendliche können über die Internet-Site www.a4t.de selbstgezeichnete Bilder, Grafiken oder Slogans einsenden, mit denen sie sich gegen die verbreitete Fremdenfeindlichkeit aussprechen sollen, wie Staatssekretär Ebel erläuterte. Die besten Botschaften werden später auf T-Shirts gedruckt. Je T-Shirt erhält das Kinderhilfswerk 5 DM.

Die Spannbreite des eLearning-Festivals reicht von der Suche nach den coolsten SMS-Sprüchen durch die Medienwerkstatt Helliwood oder nach Visionen über die Zukunft einer lebenwerten Stadt durch das Projekt Zukunft des Senats über die Schaffung des ersten Internet-Baums, diverse Kulturveranstaltungen in der ufa-Fabrik bis hin zu den unterschiedlichsten Internet-Einsteigerkursen. Die VW-Tochter gedas informiert ferner über Berufsperspektiven bei IT-Berufen, die Software-Firma Adobe will mit den Erlösen aus Software-Nachlizensierungen Gutes im Bildungsbereich tun und die Musiksoftware-Schmiede Magix sucht nach dem besten digitalen Netdays-Song.

Der beste Weg, sich über die gesamten Veranstaltungen zu informieren, führt über die Homepage www.netdays-berlin.de . Oder man nutzt den vom Verkehrsverbund Berlin Brandenburg herausgegebenen Veranstaltungs-Fahrplan, der alle Adressen enthält.

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