INTERVIEW : „Dennis Hopper zu küssen, war schwierig“

In den letzten Jahren haben Sie einen Film nach dem anderen gedreht. Haben Sie mehr Lust oder mehr Angebote als früher?

Beides. Aber ich sehe es einfach als großes Glück, so viele verschiedene Möglichkeiten zu haben. Der Wendepunkt war „Sexy Beast". Auf einmal konnte man mich ganz anders sehen und dadurch hat sich das Spektrum meiner Rollen offenbar erweitert.

War es denn vor „Sexy Beast" wirklich schwieriger für Sie, vernünftige Rollen zu bekommen?

Es war kein Problem, aber ich habe Simon Wiesenthal, Itzhak Stern, Basil Pascali und Gandhi gespielt – sehr isolierte Charaktere, die die gesamte moralische Verantwortung eines Filmes auf ihren Schultern tragen mussten. Das hat sich verändert.

Man hätte früher auch nicht wirklich geglaubt, dass man Sir Ben Kingsley jemals nach einer heißen Sexszene befragen müsste.

Das hätte ich auch nicht gedacht, dass man mich danach mal befragen würde.

Fallen Ihnen solche Szenen schwer?

Es ist einfach eine technische Szene. Nicht mehr, nicht weniger. Penélope und ich hatten ein sehr großes Vertrauen zueinander. Außerdem haben wir es mit Humor genommen und ehrlich gesagt: Die wirklich schwierige Kussszene in diesem Film war die mit Dennis Hopper. (lacht)

Wie gehen Sie mit dem Altersunterschied in einer Beziehung um, der ja in „Elegy“ ein Thema ist?

Die Gleichung jüngere Frau und älterer Mann hat etwas Unbestreitbares. Und es ist auf jeden Fall auch so, dass Männer deutlich später älter werden als Frauen. Alles was ich weiß ist, dass es wichtig ist, den richtigen Partner zu finden und nicht jemanden im richtigen Alter. Und manchmal findet man den richtigen Partner in den überraschendsten Momenten. Und es entsteht aus den großen Unterschieden eine große Bindung. Ich hätte nie gedacht, dass der enorme kulturelle Unterschied zwischen mir und ihr so aufregend sein könnte, dass er uns so sehr auch zueinander bringt. Die Natur stellt Gleichungen auf, die manchmal sehr spannend sind und aus Gegensätzen bestehen können. AlSo

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