INTERVIEW : „Wie eine Wand galoppierten die Pferde auf mich zu“

Sie wurden vor kurzem zum „Sexiest Man Alive“ gekürt. Passend dazu gibt es eine verträumte Zeitlupenduschszene mit Ihnen in „Australia“.

Es sieht ein bisschen aus wie ein Werbespot für ein Männershampoo, das muss ich zugeben. Die Szene hat natürlich ihren Sinn und soll zeigen, wie Nicole Kidman als steife englische Lady den australischen Viehtreiber wahrnimmt und sich in ihn verguckt. Im Drehbuch stand nur: „Er duscht sich, während sie ihn dabei beobachtet“. Aber als Baz mir vormachte, wie ich duschen sollte, habe ich gedacht, der spinnt. Aber sein Motto ist eben: keine halben Sachen.

Das gilt natürlich nicht nur für die Duschszene, sondern auch für die atemberaubenden Bilder Australiens, des Viehtriebs durchs Outback oder Sie auf einem Pferd.

Baz ist absolut verrückt in dieser Hinsicht. Alles muss so groß und perfekt wie möglich sein. Wenn man Nicole Kidman und mich mit 1500 Rindern reiten sieht, dann sind das wirklich Nicole und ich und 1500 Rinder. Es gibt eine Szene im Film, in der ich 200 wilde Pferde in eine Koppel treibe, und auch wenn ich das nicht wirklich alleine gemacht habe, reite ich wirklich mit diesen Pferden an der Farm vorbei. Kurz darauf hatte sich die eine Hälfte dieser wirklich wilden Pferde davongemacht, und die andere drehte sich in einer engen Schlucht um und kam wie eine Wand auf mich zugaloppiert. Sie können mir glauben, in diesem Moment habe ich Baz verflucht. Zum Glück sind die Pferde dann doch auf beiden Seiten an mir vorbeigeritten.

Der Film ist eine große Oper als Spiegel der australischen Seele. Hatten Sie keine Angst, zum Posterboy ihrer Heimat zu werden?

Jede Art Etikett macht einem Schauspieler Angst, denn solche Schubladen sorgen natürlich immer für eine Einengung. Aber allzu viele Gedanken habe ich mir dazu noch nicht gemacht. Allerdings muss ich zugeben, dass ich schon etwas nervös wurde, als Baz seinen Film, der zunächst namenlos war, „Australia“ nannte. Nicht so sehr darüber, wie das im Rest der Welt aufgenommen werden würde, sondern was das in Australien bedeutet, wie Australier ihn aufnehmen würden. AlSo

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