Zeitung Heute : Interviews in der "Tagesschau", Dokus am Donnerstag und die Fussball-EM

Mit der Einführung zusätzlicher "Tagesschau"-Ausgaben will die ARD im kommenden Jahr ihre Position als führender Informationssender behaupten. Bei der Erprobung "lockerer Formen" sollen künftig die Sprecher der 20-Uhr-Tagesschau "hin und wieder" auch Interviews führen, sagte ARD-Programmdirektor Günter Struve am Donnerstag in Hamburg auf der Jahrespressekonferenz des Senders. Die Nachrichten sollen jedoch weiterhin vom Papier, und nicht von einem Teleprompter abgelesen werden. Als "solide notarielle Zusammenfassung des Tages" bleibe die Hauptausgabe der Tagesschau "in der Substanz wie sie ist".

Zusätzliche Nachrichten schafft das "Erste" am Wochenende um 17 Uhr und Freitags um 15 Uhr. Am Donnerstag gibt es um 21 Uhr 45 Uhr einen neuen Sendeplatz für Dokumentationen wie zu Persönlichkeiten der Zeitgeschichte oder dem Schicksal berühmter Familien. Im Vorabendprogramm startet das "Erste" im Jahr 2000 zwei neue Familienserien. Als anspruchsvolle TV-Verfilmung erwartet den Zuschauer im Oktober der Vierteiler "Jahrestage" nach dem Roman von Uwe Johnson. Einen besonderen Schwerpunkt setzt die ARD im Sport: Neben der Fußball-Europameisterschaft, die Günter Netzer und Gerhard Delling kommentieren, berichtet der Sender zusammen mit dem ZDF von der Tour de France und von den Olympischen Spielen in Sydney.

Struve zog für 1999 eine erfolgreiche Bilanz: Der ARD sei zwar bei den Marktanteilen wieder auf Platz zwei hinter RTL gefallen. Doch sei das "Erste" am Abend zwischen 20 und 23 Uhr weiterhin Marktführer. Die "Tagesschau" bleibe in allen Altersgruppen die wichtigste Informationsquelle für die Deutschen. In Umfragen genieße die ARD vor allem wegen ihrer Informationskompetenz das beste Ansehen unter den TV-Sendern, sagte Struve.

Die ARD will nach seinen Worten die Synergieeffekte ihrer Anstalten noch besser nutzen. Schon jetzt sei aber die ARD "die best entwickelte Familie" in Deutschland. Mit Blick auf die Veränderungen auf dem TV-Markt meinte Struve, dass die Öffentlich- Rechtlichen den beiden privaten "Senderfamilien" Bertelsmann (RTL-Gruppe) sowie Leo Kirch (Sat 1, Pro-7-Gruppe) quantitativ ebenbürtig seien, "von der Qualität ganz zu schweigen".

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