Zeitung Heute : Irina Liebmann, Schriftstellerin

Befragt von Beatrix Schnippenkoetter

WAS ICH MAG

1. Beim Aufwachen: Tellerklappern in der Küche und Kaffeegeruch.

2. Zu Hause: Licht, Blumen, Raum und

ein paar schöne Gegenstände.

3. An meinem Vater: Seine nie versiegende Freude an dem Witz: „Lacht noch jemand

über deinen grünen Hut?“

4. Am vereinigten Deutschland: Die geräuschlos-

gleitende Perfektion der Moderne.

5. An Berlin: Dass es das dritte Berlin ist,

das ich erlebe.

6. An Katzen: Sie sehen und schweigen.

7. An meinem Leben: Dass es wild und gefährlich war.

8. Ansonsten: Russischen Tango und Carrot Cake von Barcomi’s in der Sophienstraße.

9. Ein Satz, den ich gerne öfter hören würde:

„Wollen wir tanzen?“

WAS ICH NICHT MAG

1. Beim Aufwachen: Trübe Gedanken.

2. Zu Hause: Papier auf allen Tischen.

3. An meinem Vater: Er hat manches

ziemlich übertrieben.

4. Am vereinigten Deutschland: Dass ich es nicht schaffe, alle Reisen zu machen, die ich früher

nicht machen konnte.

5. An Berlin: Wir haben immer noch

kein richtiges Café.

6. An Katzen: Götter soll man nicht bemeckern.

7. An meinem Leben: Die Angewohnheit,

Nachrichten zu hören.

8. Ansonsten: Durchtherapierte Rechtschaffenheit, die keine Fehler macht.

9. Ein Satz, den ich nie wieder hören möchte:

„War es nicht immer so?“

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