Zeitung Heute : Islamisten hatten Synagoge in Straßburg im Visier

Der Tagesspiegel

Frankfurt (Main). Einer der Angekagten im Frankfurter Islamistenprozess, Auerobi Beandali, hat am zweiten Verhandlungstag gestanden, dass seine Gruppe mit einem Anschlag die Synagoge in Straßburg zerstören wollte. Der Anschlag sollte mit Sprengstoff geschehen, sagte dessen Anwalt. Er verlas am Dienstag im Namen seines Mandanten eine entsprechende Erklärung im Gerichtssaal.

Geplant sei eine Fernzündung über Funk gewesen. Dabei sollten aber keine Menschen zu Schaden kommen. Ziel sei eine Aktion gegen Israel gewesen. Nach den Worten Beandalis hat man die politischen Beziehungen zwischen Frankreich und Israel stören wollen. Nach Angaben Beandalis war aber nicht vorgesehen, den Weihnachtsmarkt in Straßburg anzugreifen.

Der Mitangeklagte Salim Boukhari habe bei einer Fahrt nach Straßburg am 23. Dezember 2000 das Münster und den Weihnachtsmarkt aufgenommen und erklärt, er habe die Synagoge nicht gefunden. Der Anschlag auf das Gotteshaus war nach Darstellung Beandalis für Ende Januar, Anfang Februar 2001 geplant. Sie hätten den Auftrag dazu von einem Algerier bekommen. Weitere Details nannte der Anwalt nicht.

Die in einer Frankfurter Wohnung gefundenen Waffen waren laut Beandali für den Weitertransport nach Algerien gedacht und für eine islamistische Gruppe bestimmt. Beandali räumte auch ein, er sei im Jahr 2000 in einer Glaubensschule der Taliban im Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan gewesen und habe anschließend eine militärische Ausbildung erhalten. Osama bin Laden und dessen Terrorgruppe Al Qaida seien aber nicht beteiligt gewesen. Er habe alles – auch die Übungsmunition – aus eigener Tasche bezahlt. Frank Jansen

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben