Zeitung Heute : Israel beugt sich den UN

Der Tagesspiegel

Israel hat im Streit um die UN-Kommission zur Untersuchung der Ereignisse in Dschenin innerhalb weniger Stunden eine Kehrtwende vollzogen. Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser sagte am Mittwoch: "Wir wollten, dass die Kommission kommt, weil wir nichts zu verbergen haben. Alle Fakten liegen offen auf dem Tisch und wir beabsichtigen, zu kooperieren." Am Dienstagabend hatte Ministerpräsident Ariel Scharon überraschend die Zustimmung Israels zurückgezogen, weil die von UN-Generalsekretär Kofi Annan benannten Kommissionsmitglieder nicht den israelischen Vorstellungen entsprachen. Ben-Elieser forderte jedoch gleichzeitig eine Untersuchung palästinensischer Selbstmordanschläge. Zum ersten Mal seit der Militäroffensive vor drei Wochen ließ Israel am Mittwoch eine EU-Delegation zu dem eingeschlossenen Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat. Im Westjordanland und im Gazastreifen kamen erneut fünf Palästinenser ums Leben, während die Belagerung um die Geburtskirche in Bethlehem trotz Verhandlungen andauerte. Der ägyptische Präsident Husni Mubarak verurteilte das Vorgehen des israelischen Militärs am Mittwoch ungewöhnlich scharf. In einer Fernsehansprache sprach er von einer "barbarischen Aggression". Mit der in Dschenin angerichteten Verwüstung habe Israel "alle Grenzen überschritten" und die Menschenrechte mit Füßen getreten.

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