Zeitung Heute : Israel kritisiert Abkommen mit dem Iran

Verhandler sprechen von Durchbruch im Atomstreit.

Berlin - Der Iran und die Veto-Mächte der Vereinten Nationen feiern den Durchbruch im Atomstreit. Doch in Israel stößt die Genfer Vereinbarung auf massive Kritik. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach am Sonntag von einem „historischen Fehler“. Die Welt sei zu einem sehr viel gefährlicheren Ort geworden, „weil das gefährlichste Regime der Welt dem Besitz der gefährlichsten Waffe der Welt entscheidend nähergekommen ist“. Dagegen bezeichneten die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und US-Präsident Barack Obama das Abkommen als eine erste wichtige Etappe in den Verhandlungen mit Teheran. Irans Geistlicher Führer Ajatollah Chamenei begrüßte ebenfalls den „Erfolg“ und dankte den Verhandlungsteam - womit er nach Auffassung von Beobachtern konservative Falken in Teheran zum Schweigen bringen wollte. Präsident Hassan Ruhani betonte, Irans Recht auf ein Atomprogramm sei anerkannt worden.

In der Nacht zum Sonntag hatten sich die Außenminister der 5-plus-1-Staaten – USA, Frankreich, Großbritannien, China, Russland und Deutschland – mit Teheran auf ein Übergangsabkommen geeinigt. Es sieht nach Angaben aus Washington vor, dass der Iran vorerst für sechs Monate die Anreicherung von Uran bei fünf Prozent deckelt. Auch die Bestände des auf 20 Prozent angereicherten Kernbrennstoffs werden vernichtet. Zudem dürfen keine neuen Zentrifugen eingerichtet werden. Im Gegenzug erklärten sich die USA bereit, die Sanktionen teilweise zu lockern. Dies würde einem Betrag von sieben Milliarden Dollar entsprechen. Ch.B.

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