Zeitung Heute : Israel will Gefangene freilassen „Geste“ zum Beginn der Friedensgespräche

Jerusalem - Nach der Grundsatzeinigung auf neue Nahost-Friedensgespräche hat Israel die Freilassung einer „begrenzten“ Anzahl von palästinensischen Häftlingen angekündigt. Dies sei eine „starke Geste“ gegenüber der palästinensischen Seite, sagte der israelische Minister für Internationale Beziehungen, Juval Steinitz, am Samstag im Rundfunk.

Die Freilassungen würden „schrittweise“ erfolgen, kündigte Steinitz an. Unter ihnen seien auch einige „Schwergewichte“, die bereits bis zu 30 Jahre in Israel in Haft säßen. Weitere Details nannte er nicht. Gleichzeitig stellte er klar, dass Israel keine weiteren Forderungen der Palästinenser als Grundlage für Verhandlungen akzeptiert habe. Dies betreffe sowohl den Stopp des israelischen Siedlungsbaus als auch die Anerkennung der Grenzen, wie sie vor dem Sechs-Tage-Krieg im Jahr 1967 Bestand hatten.

Am Freitagabend hatte US-Außenminister John Kerry eine neue Runde direkter Nahost-Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern angekündigt. Unterhändler beider Seiten hätten eine Basis gefunden, um bereits kommende Woche in Washington Verhandlungen zu führen, sagte Kerry in Jordanien.

Die Ankündigung neuer Gespräche wurde weltweit begrüßt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte Israel und die Palästinenser zu „Führungsstärke, Mut und Verantwortungsbewusstsein“ auf. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) erklärte am Samstag: „Das kann der erste Schritt zu einem Durchbruch nach dem Stillstand im Nahostfriedensprozess in den letzten Jahren sein.“ Die radikalislamische Hamas lehnt die Wiederaufnahme von Nahost-Friedensgesprächen allerdings ab. AFP

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!