Zeitung Heute : Israelis und Palästinenser uneins über Ablauf der Nahostgespräche

Washington - Nach drei Jahren diplomatischer Eiszeit wollen Israelis und Palästinenser wieder miteinander reden. Bei dem zweitägigen Treffen, das am Montag in Washington begann, soll es zunächst um einen Arbeitsplan für die dann folgenden Friedensverhandlungen gehen. Zuvor hatte Israel die Freilassung von 104 palästinensischen Häftlingen angekündigt und so die letzte Hürde für die Aufnahme direkter Verhandlungen aus dem Weg geräumt. Die Gespräche werden auf israelischer Seite von Justizministerin Zipi Livni geführt, auf palästinensischer Seite von Chefunterhändler Saeb Erekat.

Unmittelbar vor dem Treffen stritten beide Seiten allerdings über den Fahrplan für die Gespräche. Während die Israelis alle problematischen Themen parallel behandeln wollen, möchten die Palästinenser zuerst die Frage der Grenzziehungen und Sicherheitsgarantien klären. PLOfunktionär Jasser Abed Rabbo forderte im Sender „Stimme Palästinas“, zunächst die Frage der Grenzen zu klären. Dem widersprach das israelische Kabinettsmitglied Silvan Schalom im Armeesender seines Landes: Die Palästinenser hätten nach einer Einigung in diesem Punkt keine Anreize mehr, in anderen Bereichen Konzessionen zu machen. Dieses Mal sollten alle Kernbereiche gleichzeitig verhandelt werden, forderte das Mitglied der konservativen Likud-Partei. Zuvor hatte Israels Premier Benjamin Netanjahu Forderungen von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zurückgewiesen, die Grenzen von 1967 zu akzeptieren. dpa/rtr

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