Zeitung Heute : IT-Spezialistenmangel: Jobs auch für ältere Bewerber

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Mit dem Modellprojekt TIMM (Telekommunikation-Informatik-Multimedia-Monitoring) versucht das Arbeitsamt Berlin Südwest, eine lokal- und mittelstandsorientierte Alternative zur Greencard-Initiative auf den Weg zu bringen. Bislang wurden in Berlin erst hundert Greencards ausgegeben, der IT-Spezialistenmangel hält an.

TIMM, das seit Sommer läuft und auf ein Jahr befristet ist, wird von der Servicegesellschaft SPI umgesetzt und soll die Arbeitsamtsberater unterstützen. Diese haben bereits in den ersten Wochen festgestellt: Die Berliner Unternehmen erwarten von Bewerbern zunehmend Kenntnisse des Betriebssystems Linux, zeitliche und örtliche Mobilität,Team- und Kommunikationsfähigkeit sowie selbstständiges Arbeiten.

TIMM setzt sich aus fünf Elementen zusammen. Zunächst wird der IT-Mitarbeiter-Bedarf der Unternehmen erfasst. Mit Experten entwickelte Fragebögen und Interviews der Geschäftsführung und der Personalverantwortlichen gehören zu diesem ersten Projektbaustein. Parallel dazu werden Arbeitssuchende einer Vorauswahl unterzogen. Den dritten Baustein bildet eine gezielte Qualifizierung der Arbeitssuchenden. Die Ergebnisse der Unternehmensbefragungen werden mit Bildungsträgern besprochen und neue Ausbildungsangebote entwickelt.

Bislang sind etwa 200 Unternehmen telefonisch zu ihrem IT-Mitarbeiter-Bedarf befragt worden. Die 38 Betriebe, in denen Interviews geführt wurden, bieten 450 Stellen an: für Softwareentwickler (204), Netzwerktechniker (21), Datenbank-Spezialisten (23), Internet / Multimedia (24), Kunden-Support (50), Callcenter (81), Vertrieb (10), Telekommunikation und Nachrichtentechnik (23), Consulting (8) sowie für kaufmännische Mitarbeiter (16). SPI-Geschäftsführer Manfred Scholz: "Rund 80 Prozent der Firmen würden offene Stellen durchaus mit Arbeitslosen besetzen. Allerdings nur, wenn diese aktuell für die betrieblichen Bedürfnisse qualifiziert wurden. Eine weitere Überraschung: Der überwiegende Teil der Firmen gibt keine Altersbeschränkung an und hat auch nichts dagegen, motivierten Quereinsteigern eine Chance zu geben.

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