Zeitung Heute : Italien – Australien

Achtelfinale, Fritz-Walter-Stadion Kaiserslautern 17.00 Uhr, live in der ARD und bei Premiere

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Bestechung? Schiedsrichtermanipulation? Achtelfinale! Solange die Italiener erfolgreich spielen, bleibt der Manipulationsskandal in der Serie A ein Thema von untergeordneter Bedeutung. Das 2:0 im letzten Vorrundenspiel gegen Tschechien war deshalb für die Nationalmannschaft wie eine Befreiung. Die beiden Torschützen aus dem Spiel gegen Tschechien berichteten davon: Marco Materazzi klagte über die harsche Kritik, die ihm in den vergangenen Wochen entgegengeschlagen sei, sein Treffer sei deshalb so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit gewesen. Filippo Inzaghi erzählte, dass „mein Vater vor Glück geweint hat, als ich ihn nach dem Spiel angerufen habe“.

Der Trainer der italienischen Mannschaft, Marcello Lippi, freute sich vor allem darüber, „dass wir es durch den ersten Platz in der Vorrunde vermieden haben, auf Brasilien zu treffen“. Das Spiel heute gegen Australien dürfte allerdings kein Selbstgänger werden, die „Socceroos“ haben sich in der Vorrunde vor allem körperlich in ausgezeichneter Verfassung präsentiert. Der wichtige Ausgleich gegen die ebenfalls physisch starken Kroaten durch Harry Kewell fiel kurz vor dem Ende der Begegnung – die Australier hatten einfach nicht aufgehört, zu rennen und zu kämpfen. Ob Kewell heute auflaufen kann, ist nach Leistenproblemen am Wochenende zwar ungewiss. Guus Hiddink ist trotzdem optimistisch: „Meine Spieler haben gezeigt, dass sie Herzen haben wie Löwen“, sagte der Trainer. Der holländische Coach ist in Anbetracht des Erfolges ohnehin gut gelaunt. Als sein Telefon während einer Pressekonferenz plötzlich klingelte, sagte er trocken: „Das ist meine Mutter.“ Und auf die Frage, wie der Einzug ins Achtelfinale gefeiert wird, antwortete Hiddink, dass „es ein bisschen schwierig ist, jetzt nach Australien zurückzufliegen, um dort mit den Fans zu feiern. In Holland wäre das einfacher gewesen“.

Diese Entspanntheit könnte sich als Vorteil gegenüber den unter Druck stehenden Italienern herausstellen. Nationaltrainer Marcello Lippi sagt zwar: „Der einzige Druck, den wir spüren, ist der Druck vor den wichtigen Spielen.“ Aber 13 seiner Profis stehen bei einem der vom Manipulationsskandal betroffenen vier Klubs unter Vertrag. In dieser Woche beginnt der erste in einer Reihe von Prozessen. Einen weiteren Vorteil dürften die Australier im heutigen Duell haben: Guus Hiddink. Der Trainer weiß nämlich, wie Italien zu schlagen ist. Bei der WM vor vier Jahren schlug er Italien mit Südkorea im Achtelfinale.

Schiedsrichter

Medina Cantalejo (Spanien)

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