ITALIEN UND ZYPERN : Wer sonst noch wackelt

Die spanischen Probleme scheinen Italien derzeit genauso anzustecken wie damals die griechischen.

Die Risikoaufschläge, die Italien den Anlegern für seine Staatsschulden bieten muss, steigen unaufhörlich. Die Arbeitslosigkeit hat in den knapp sieben Monaten unter Premier Mario Monti von neun auf 10,2 Prozent zugelegt. Die Banken geben das billige Geld, das sie sich bei der Europäischen Zentralbank besorgt haben, nicht als Kredit an die Unternehmen weiter, die Rezession verstärkt sich, die industrielle Produktion ist auf den Stand von 1992 gefallen. Die Bürger verlieren das Vertrauen in „Super-Mario“, die Unzufriedenheit steigt angesichts immer höherer Abgaben, die keinen Erfolg zeitigen, und die sozialen Spannungen wachsen. Für Montis Geschmack wiederum kommt von Europa zu wenig: Angela Merkels Abneigung gegen Eurobonds sei noch nicht überwunden.

Ein weiterer Wackelkandidat ist Zypern. Sollte Griechenland die Eurozone verlassen, gehen Ökonomen davon aus, dass auch der Inselstaat pleite geht, in dem seit 2008 mit dem Euro bezahlt wird. Mit 23 Milliarden Euro sind die Banken im „Mutterland“ engagiert – mehr als das Bruttoinlandsprodukt. Die Wirtschaft schrumpft dieses Jahr um 1,1 Prozent. Vorige Woche räumte Staatschef Dimitris Christofias ein, sein Land benötige eventuell Milliarden aus dem Euro-Rettungsschirm. pak/chz

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