Zeitung Heute : Jacken wie Hosen

Das Modehaus Peek & Cloppenburg hat in der Schloßstraße neu eröffnet – mit mehr Platz am alten Standort

Cay Dobberke

Das Haus von Peek & Cloppenburg an der Schloßstraße 123–125 ist der älteste Standort der Modekette in ganz Berlin – aber ab jetzt auch der modernste. Nach rund achtmonatigem Umbau präsentiert sich das ursprünglich vor 70 Jahren eröffnete Textilkaufhaus seit Mittwoch größer, offener und heller. Die Verkaufsfläche stieg um 30 Prozent, die Fassade wurde komplett erneuert.

Möglich wurde die Umgestaltung durch den Umzug der Herrenmodehandlung Anson’s, die zur selben Firmengruppe wie P & C gehört. Anson’s räumte den Gebäudeteil an der Ecke Feuerbachstraße, um in das Center „Das Schloss“ zu wechseln.

Das Konzept der P&C-Geschäftsleiter Ralf Sternberg und Gerd Nodop heißt „Tradition trifft Moderne“. Sie wollen jungen Käufern mehr bieten, ohne die ältere Stammkundschaft abzuschrecken. „Wir haben die ganze Bandbreite – aber abgetrennt“, sagt Sternberg. Im Tiefgeschoss entstand für junge Leute eine 1300 Quadratmeter große Extra-Abteilung, die „Junge Welt“. Neben Mode von Trendmarken gibt es Videomonitore und eine Musikanlage samt DJ-Pult. Regelmäßig sollen Diskjockeys auflegen und so einen „neuen Szenetreff“ etablieren.

Das übrige Sortiment gliedert sich nun in so genannte Warenwelten. „Früher hatten wir viele Stammabteilungen, etwa für Jacken oder Hosen“, sagen die Filialleiter. Viele Kunden bevorzugten heute aber Bereiche, die sich auf die Produktpalette einzelner Marken wie Tommy Hilfiger konzentrieren. Dies geschieht nun zum Teil nach dem „Shop-in-Shop“-Prinzip: Die Hersteller betreiben Flächen im Haus in eigener Regie. Darüber hinaus zieht Ende März die Schuhhandlung Leiser in zwei Etagen des ehemaligen Anson’s-Gebäudetrakts.

Mit der Vergrößerung der Verkaufsfläche in Steglitz auf 8500 Quadratmeter entstanden 35 neue Arbeitsplätze. Jetzt sind rund 200 Mitarbeiter im Haus beschäftigt. Die größte Berliner Filiale bleibt dennoch die Niederlassung an der Tauentzienstraße.

Doch auch die Schloßstraße sei ein „hervorragender Standort“, findet Geschäftsführer Sternberg. Neue Einkaufszentren wie „Das Schloss“ oder das geplante „Schloßstraßen-Center“ am Walther-Schreiber-Platz fürchtet er als Konkurrenten nicht. Wichtig sei, dass die Attraktivität der ganzen Straße steige und diese mehr zum Flanieren einlade. „Der Wettbewerb spielt sich nicht hier, sondern unter den Stadtteilen ab. Wir müssen die Leute wieder vom Kurfürstendamm und der Tauentzienstraße zurückholen“, sagt er.

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