Zeitung Heute : Jaguar: Jubiläum für die Sportler mit der Katze

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1,5 Millionen Fahrzeuge seit dem Produktionsbeginn im Jahr 1931 - für die etablierten Großserienhersteller ist das oft nicht einmal eine Jahresproduktion. Für ein Unternehmen wie Jaguar allerdings sind die 1,5 Millionen Autos ein stolzes Produktionsjubiläum, dass dieser Tage denn auch gebührend gefeiert worden ist.

Mehr als 50 Modelle hat Jaguar seit 1931 auf den Markt gebracht - einige in ausgesprochen exklusiven Stückzahlen, wie den C-Type und D-Type, von denen zwischen 1951 und 1957 gerade einmal 141 Exemplare gebaut wurden, andere in großer Zahl, wie die XJ-Serie, die von 1968 bis heute mit rund 800 000 Exemplaren mehr als die Hälfte der Jaguar-Gesamtproduktion ausmachte, und nun bereits in ihrer sechsten Generation vom Band rollt. So war auch das Jubiläumsmodell, das im Jaguar-Stammwerk in Browns Lane bei Coventry vom Band rollte, natürlich ein XJ.

Er ist das Flaggschiff des Jaguar-Angebots, das sich in den letzten Jahren erheblich verbreitert hat, seit Jaguar 1989 von Ford erworben wurde. Doch wenn Ford auch hohe Investitionen in Jaguar getätigt hat und in vielen Bereichen Synergieeffekte nutzt - die Identität von Jaguar wird dadurch nicht im geringsten angetastet. Wurden 1989 gerade einmal 20 000 Fahrzeuge im Jahr gebaut, möchte man in diesem Jahr erstmals die Grenze von 100 000 Fahrzeugen pro Jahr durchbrechen. Maßgeblichen Anteil daran haben die beiden neuen Modellreihen S-Type und X-Type. Und in vier bis fünf Jahren, wenn auch der neue Roadster F-Type vom Band rollt, will Jaguar sogar 200 000 Fahrzeuge jährlich bauen. Dann wird Jaguar mit insgesamt fünf Modellreihen auf dem Markt präsent sein, zu denen neben X-Type, F-Type und S-Type die XK-Serie und die XJ-Serie gehören werden.

Übrigens wird Jaguar in diesem Jahr noch einige weitere Jubiläen feiern. Denn vor 40 Jahren begann die Produktion des legendären E-Type, von dem zwischen 1961 und 1974 insgesamt 72 529 Exemplare gefertigt wurden. Bereits von 50 Jahren feierte Jaguar den ersten Le Mans-Sieg mit dem C-Type, dem bis zum Jahr 1990 weitere fünf Siege bei dem 24-Stunden-Langstreckenrennen folgten.

Und schließlich gibt es noch den 100 Geburtstag des Firmengründers Sir William Lyons zu feiern, der seine Karriere mit der Fertigung von Swallow-Seitenwagen begann, Ende der 20er Austin-, Swift-, Wolseley-, Fiat- und Standard-Modelle mit exklusiven Swallow-Karosserien versah und schließlich mit dem ehrwürdigen und alteingesessenen Unternehmen Standard Anfang der 30er mit dem SS one den Ahnherrn der späteren Jaguar-Modelle auf die Räder stellte. Als Modelle mit dem Markennamen SS wurde sie eine der großen Erfolgsmarken als exklusive Sportwagen mit hervorragender Verarbeitung und unverhältnismäßig niedrigen Preisen, für die sich bereits Mitte der 30er der Name Jaguar etablierte.

Nach einer mehrjährigen Unterbrechung durch dem Zweiten Weltkrieg begann schon bald nach 1945 wieder der private Automobilbau und - der Name "SS" war inzwischen diskreditiert - Jaguar errang erste sportliche Erfolge, siegte 1947 mit dem noch aus den Dreißigern stammenden Klassiker SS 100 beim Alpenpokal und präsentierte 1949 mit dem XK 120 ein Modell, das schnell zum Klassiker werden sollte.

Dieses Auto setzte Zeichen, indem es sowohl der Pontonform als auch den damals aktuellen italienischen Linien eine klare Absage erteilte und stattdessen eine sehr eigenständige und individuelle Linie präsentierte, die richtungsbildend für den Roadsterbau werden sollte. Und wie schon vor dem Krieg, so überraschte auch der XK 120 mit einem Preis, der weit unter dem der Konkurrenten lag.

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