Japan : In Fukushima soll wieder Strom fließen

Im schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 soll an diesem Sonntag die Stromversorgung wiederhergestellt sein. Ob es so gelingt, die Kühlsysteme der teilweise zerstörten Reaktoren wieder in Gang zu setzen, ist unklar.

Kühlwasser per Schlauch.
Kühlwasser per Schlauch.Foto: AFP

Tokio/Wien - Im schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 soll an diesem Sonntag die Stromversorgung wiederhergestellt sein. Ob es so gelingt, die Kühlsysteme der teilweise zerstörten Reaktoren wieder in Gang zu setzen, war unklar. Ingenieure, Soldaten und Feuerwehrleute versuchten weiter, die überhitzten Reaktorblöcke 1 bis 4 zu kühlen. Die Dächer der Blöcke 5 und 6 wurden durchlöchert, um explosive Ansammlungen von Wasserstoff zu verhindern. Mindestens sechs Arbeiter bekamen dabei zu viel radioaktive Strahlung ab, wie der Kraftwerksbetreiber Tepco mitteilte. Nach Angaben von Verteidigungsminister Kitazawa werden die Reaktoren fortan rund um die Uhr besprüht. Die Regierung verbot den Verkauf von Lebensmitteln wie Milch und Spinat aus der Unglücksregion um Fukushima. Im Trinkwasser in der Hauptstadt Tokio wurde Radioaktivität nachgewiesen, die jedoch unter dem zulässigen Grenzwert blieb. Acht Tage nach dem Erdbeben liegt die Zahl der Toten nach Polizeiangaben bei 7320, 11 370 Menschen werden vermisst.

Positive Signale kamen von der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO in Wien. Der Eintritt der schlimmstmöglichsten Katastrophe in Fukushima wird nach deren Einschätzung mit jedem Tag unwahrscheinlicher. „Die Dinge entwickeln sich in die richtige Richtung“, sagte der Experte Graham Andrew. Auch nach Einschätzung eines anderen Strahlenexperten trat zuletzt wohl keine massive Radioaktivität mehr aus den Reaktoren aus. Sollte es aber trotz aller Bemühungen eine komplette Kernschmelze in einem der Reaktoren oder in einem Kühlbecken geben, wird das gesamte Gelände nach Expertenmeinung so verstrahlt, dass Menschen dort nicht mehr arbeiten können. Dann dürften auch die anderen Reaktoren völlig außer Kontrolle geraten. Tsp/dpa

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