Zeitung Heute : Jasmila Zbanic, Regisseurin

Befragt von Beatrix Schnippenkoetter

-

WAS ICH MAG

1. Beim Aufwachen:

Einen weiteren Tag geschenkt zu bekommen.

2. Zu Hause:

Den Geruch, der ganz ursprüngliche Gefühle weckt.

3. Am Filmemachen:

Die Freiheit.

Ist ja nur Illusion, aber sieht so real aus.

4. Im Kino:

Die Dunkelheit und Leichtigkeit,

mit der Fremde gemeinsame Erfahrungen teilen.

5. An Sarajevo:

Dass ich Schmetterlinge im Bauch kriege,

wenn ich daran denke.

6. An Berlin:

Die Leute und die Straßen,

die um zwei in der Früh so voll sind wie am Mittag.

7. Ein Satz, den ich öfter hören möchte:

Glückwunsch, es ist ein Mädchen.

WAS ICH NICHT MAG

1. Beim Aufwachen: Wenn ich aus Träumen gerissen werde: Was passiert mit ihnen?

2. Zu Hause: Dass sauber gemacht werden muss.

3. Am Filmemachen: Früher war ich gekränkt, wenn das Team keinen Unterschied macht zwischen einem Werbedreh und einem Drama. Heute bin ich gelassener, wenn der Kabelträger sich nicht für die Psychologie der Figuren interessiert.

4. Im Kino: Popcorn.

5. An Sarajevo: Dass die Autos drohen, die Stadt zu regieren.

6. An Berlin: Ich müsste länger bleiben, um das herauszufinden.

7. Ein Satz, den ich nie wieder hören möchte:

„Träumt keine Träume!“ Das hat der britische Vermittler Lord David Owen gesagt, als Bosnien versuchte, sich gegen den Völkermord 1992-1995 zur Wehr zu setzen.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben