Zeitung Heute : Jetzt an 2012 denken

Die Sommerblumen sollten nun gepflanzt werden

Der Goldlack, ein Halbstrauch von 20 bis 60 Zentimeter Länge. Foto: Tassilo Wengel
Der Goldlack, ein Halbstrauch von 20 bis 60 Zentimeter Länge. Foto: Tassilo Wengel

Zweijährige Sommerblumen gehören zu den Gartenpflanzen, die im Frühjahr und Sommer des folgenden Jahres ihre Blüten entfalten und einen farbenfrohen Anblick bieten. Die Palette ist groß. Bereits im zeitigen Frühjahr sind es die farbenprächtigen Stiefmütterchen, die in bunter Farbenvielfalt Kästen und Kübel schmücken. Auch die leuchtend himmelblauen Vergissmeinnicht gehören mit dem Goldlack zu den Favoriten im Frühjahrsflor. Fingerhüte und Bartnelken schmücken im Sommer die Beete und sorgen in Kombination mit anderen Pflanzen für reizvolle Effekte. Dazu gibt es noch viele andere schöne Arten und Sorten, die sich bis zum nächsten Jahr zu prächtigen Pflanzen entwickeln. Jetzt ist die richtige Zeit, diese Sommerblumen auszusäen und heranzuziehen.

EINE AUSWAHL

Unter den zweijährig zu kultivierenden Arten gibt es einige, die im Garten besonders gern verwendet werden. Da sind die hübschen Tausendschön (Bellis perennis), die vom heimischen Gänseblümchen abstammen. Während die Wildart auch nach regelmäßigem Abmähen des Rasens das ganze Jahr über zur Blütenbildung angeregt wird, blühen die Kulturformen nur von März bis Juni. Entstanden sind zahlreiche Sorten von klein- bis großblütig in Weiß, Rosa und Rot. Gern verwendet man sie zur Bepflanzung von Schalen, Töpfen und Kästen, aber auch als Einfassungspflanze eignen sie sich gut. Eine außergewöhnliche Wirkung lässt sich erzielen, wenn man sie in Gruppen zwischen Tulpen pflanzt. Tausendschön benötigen lehmige, nicht zu trockene Erde und gedeihen an sonnigen Plätzen am besten. Wer sie über mehrere Jahre behalten möchte, muss sie jedes Jahr aufnehmen, teilen und in neue Erde pflanzen.

Zu den ältesten Gartenpflanzen gehört der Goldlack (Cheiranthus cheiri), eine intensiv nach Honig duftende Frühjahrsblume. Eigentlich ein Halbstrauch, wird er in unseren Breiten zweijährig gezogen und erfreut von April bis Juni mit prächtigem Flor. Der Handel bietet Saatgut von Sorten mit unterschiedlichen Höhen, Einzelfarben und Mischungen sowie gefüllten oder ungefüllten Blüten.

Der Goldlack bevorzugt einen sonnigen Platz, viel Luft und einen tiefgründigen, reichlich mit Nährstoffen versorgten Boden. Man pflanzt ihn gern in Gruppen auf Beete zwischen Stauden und Sommerblumen. Damit der Goldlack strenge Winter gut übersteht, sollte man die Pflanzen mit Fichtenreisig vor der Wintersonne schützen. Die gleichen Ansprüche stellt der Schöterich (Erysimum x allionii), der auch als Goldlack bezeichnet wird und ihm nicht nur ähnelt, sondern mit ihm auch eng verwandt ist. Die Pflanzen wachsen buschig bis etwa 45 Zentimeter hoch und blühen von Mai bis Juni meist orange. Es gibt einige Sorten mit goldgelben („Gruppengold“) oder zitronengelben („Lemon Delight“) Blüten, die allesamt gute Partner zum himmelblauen Vergissmeinnicht sind.

Schon seit dem 16. Jahrhundert sind die Bartnelken (Dianthus barbatus) als Zierpflanzen aus den Bauerngärten bekannt. Mit ihren farbenfrohen Blütenköpfen auf hohen Stängeln und der langen Haltbarkeit in der Vase haben sie sich vor allem als duftende Schnittblumen bewährt. Außerdem schmücken sie von Juni bis Juli die Blumenbeete mit ihrem Farbenspiel, denn das Sortiment reicht von einfarbigen bis mehrfarbigen Sorten mit schöner Zeichnung auf den Blüten. Sie benötigen einen vollsonnigen Standort, lehmhaltigen Boden mit ausreichend Feuchtigkeit und einem alkalischen pH-Wert.

Sehr beliebte Schnittblumen sind auch die Gartennelken (Dianthus caryophyllus), die in zahlreichen Farben zur Verfügung stehen. Sie bilden buschige Pflanzen von 20 bis 30 Zentimeter Höhe und können auf der Staudenrabatte als Lückenfüller verwendet werden. Die Ansprüche gleichen denen der Bartnelken.

Prachtvoll in der Farbe und bis zwei Meter hoch sind die Blütenstände des Roten Fingerhutes (Digitalis purpurea), einer heimischen Waldpflanze. Die glockenförmigen Blüten dieser Art erscheinen von Juni bis Juli, sind rot, mit dunkelroten, weiß umrandeten Flecken geziert und zu einer einseitswendigen Traube am Ende des Stängels vereinigt. Im Handel sind ,Exelsior Hybriden’ erhältlich, eine Mischung aus Pflanzen mit roten, rosafarbenen und weißen Blüten mit dunklen Flecken. Der Fingerhut liebt humusreiches, sauer wirkendes Substrat mit gutem Wasserabzug und einen sonnigen bis halbschattigen Standort in der Nähe von Nadelgehölzen, zwischen Rhododendron oder im Heidegarten. Auch auf der Staudenrabatte kommt er in größeren Gruppen gut zur Geltung.

DIE ANZUCHT

Die Aussaat erfolgt im Juni oder Juli in Schalen oder Töpfe, die mit einem geeigneten Substrat gefüllt sind. Bewährt hat sich eine Mischung aus je einem Drittel gedämpfter Komposterde, Torfmull und Sand. Auch die im Handel angebotene Einheitserde mit Tonanteil oder das Torfkultursubstrat TKS 1 eignen sich; eine Zugabe von scharfem Sand ist empfehlenswert. Damit die Sämlinge nicht zu dicht stehen, ist eine dünne Saat nötig. Anschließend wird leicht mit einem Brettchen angedrückt, mit feiner Brause angegossen und an einem halbschattigen Ort aufgestellt. Tassilo Wengel

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