Jewish Film Festival : Die Geschichte eines Erfolgs

Das erste Jewish Film Festival wurde vor 29 Jahren in San Francisco gegründet. Mittlerweile gibt es zirka einhundert dieser Festivals, 80 davon in den USA und in Kanada.

Thomas Steiger

Das Berliner Festival ist das einzige mit dieser Schwerpunktsetzung in Deutschland und wird mittlerweile von „Welser 25 – Freundeskreis des jüdischen und israelischen Films e.V.“ , vom Arsenal Institut für Film und Videokunst e.V. sowie von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin veranstaltet.

Das Jewish Film Festival Berlin (JFFB) wurde 1994 von Nicola Galliner gegründet. Einen Verbündeten fand sie in der Familie Gregor. Ulrich Gregor hatte 1970 das Kino Arsenal mitbegründet, das seit Beginn des Festivals dessen Spielstätte ist, und Gregor war Leiter des Internationalen Forums des jungen Films der Berlinale. Über die Jahre sollte dieser berufliche Hintergrund zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit beitragen.

Das JFFB war immer bemüht, jüdische Themen in der gesamten Bandbreite, in allen Facetten abzubilden. Deshalb wurden zum Beispiel auch palästinensische Filme gezeigt. Für den israelischen Film, der dieses Jahr mit sieben eigenen und zwei Ko-Produktionen vertreten ist, ist das JFFB eine ideale Präsentationsfläche, auf der sich die Macher gerne und ausführlich den Fragen des Publikums stellen. Die Festivalpatenschaft hat in diesem Jahr der renommierte deutsche Schauspieler August Zirner übernommen.

Auf dem Festival wird erstmals ein Preis für den besten deutschen Dokumentarfilm mit jüdischer Thematik verliehen. Die mit 2000 Euro dotierte Ehrung geht an den Regisseur Michael Verhoeven für seinen Film „Menschliches Versagen“ (Deutschland 2008). Erneut vergeben werden zudem der ebenfalls mit 2000 Euro dotierte Gerhard-Klein-Publikumspreis sowie der Preis für den besten israelischen Film. Er soll das vielfältige Filmschaffen Israels honorieren und den Filmemacher mit einer kleinen Starthilfe in Höhe von 300 Euro für seinen nächsten Film ausstatten. Alle drei Preise sind von der Familie Gerhard Klein gestiftet worden. Klein, der seine Karriere als Kinderdarsteller begann, floh 1939 vor den Nazis nach Palästina. 1952 kehrte er schließlich nach Berlin zurück und betrieb das Kino „Capitol Dahlem“. 

Im Anschluss an das Festival in Berlin wird vom 15. bis 17. Mai eine Auswahl im Filmmuseum in Potsdam gezeigt (Breite Straße 1A, 14467 Potsdam, Tel. 0331 / 27181- 0). Termine im Internet unter: www.jffb.de

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