Zeitung Heute : Judith Holofernes, Sängerin

WAS ICH MAG WAS ICH NICHT MAG

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Befragt von Beatrix Schnippenkoetter

1. Beim Aufwachen:

Nase von nettem Mann in meiner Halsbeuge.

2. Beim Telefonieren:

Ein richtiges Telefon: ein altmodisches, klobiges Monstrum.

3. An unserer Musik:

Die kleinen „Ping Ping“Geräusche.

4. Auf der Bühne:

Ekstase. Freundlichkeit. Leute, die Lieder mitsingen.

5. An meinem Alter:

Dass ich klüger bin als letztes Jahr. Und blöder als nächstes.

6. Im Fernsehen:

Arte-Abende über Afrika, Harald Schmidt, Charlotte Roche.

7. An meiner Wohnung :

Das Chaos. Die Hollywoodschaukel.

8. Nachts:

Nase in Halsbeuge von nettem Mann.

9. Einen Satz, den ich gerne öfter hören würde:

Macht weiter so. Oder anders.

10. Und sonst:

Tiere mit langen Nasen. Besonders Erdferkel.

1. An der Liebe:

Hmm. Die Angst, dem andern könnte was passieren.

2. An unserer Band:

Wir sind basisdemokratisch. Ich wäre gern Diktator.

3. An unserer Musik:

Dass man nicht gut auf eins und drei klatschen kann.

4. Auf der Bühne:

Über Kabel fallen. Gitarre nachstimmen müssen.

5. An meinem Alter:

Dass alle Babys kriegen, nur ich muss Rockstar werden.

6. Am Leben:

Dass es enden muss und Dreck macht.

7. An meiner Wohnung:

Meine holzimitatene Deckenverkleidung.

8. Nachts:

Auf langweiligen Partys herumstehen.

9. An Freunden und Familie:

Ich sehe sie so selten. Und sie passen nicht in unseren Bus.

10. Einen Satz, den ich nie wieder hören möchte:

So einen Act wie Euch kann man nicht top down breaken.

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