Zeitung Heute : Jung plant Orden für Tapferkeit Aber keine Neuauflage des „Eisernen Kreuzes“

Frank Jansen Sarah Kramer

Berlin - Deutsche Soldaten sollen in Zukunft für außergewöhnliche Tapferkeit wieder ausgezeichnet werden. Pläne des Verteidigungsministeriums für eine solche Anerkennung würden vom Bundespräsidenten geprüft, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Donnerstag. Im Grundsatz habe Horst Köhler die neue Auszeichnung gebilligt. Demnach soll es neben den drei bestehenden Anerkennungen für Soldaten – den Ehrenzeichen – demnächst auch eine Würdigung „für außergewöhnlich tapfere Taten“ geben.

Unklar ist, wie diese Auszeichnung aussehen soll. Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Präsident des Reservistenverbandes der Bundeswehr, Ernst-Reinhard Beck, hatte am Dienstag das „Eiserne Kreuz“ als Alternative für einen Tapferkeitsorden ins Spiel gebracht. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Thomas Raabe, sagte dazu, es sei zu keinem Zeitpunkt daran gedacht worden, das „Eiserne Kreuz“ wiederaufleben zu lassen. Das „Eiserne Kreuz“ wurde deutschen Soldaten im 19. und 20. Jahrhundert als Kriegsauszeichnung verliehen. Im zweiten Weltkrieg ließ Hitler den Orden mit dem Hakenkreuz versehen.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) nannte den neuen Orden richtig und wichtig. Bisher habe es nur Auszeichnungen für die Dauer des Dienstes, aber keine besondere Ordensbezeichnung für Tapferkeit gegeben, sagte Jung. Derartige Beurteilungskriterien seien von entscheidender Bedeutung. Die Bundeswehr sei eine „Armee im Einsatz für den Frieden“ geworden. Die Soldaten im Einsatz seien mit dem Risiko für Leib und Leben besonders gefordert. Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), begrüßte die Pläne, riet aber, nicht in der Öffentlichkeit über konkrete Vorschläge der Form zu diskutieren. „Das ist Sache des Bundespräsidenten“, sagte Robbe. „Ich persönlich würde mich freuen, wenn sich die 50-jährige Friedensgeschichte der Bundeswehr in der Auszeichnung widerspiegelt. Kritik kam von den Grünen und der Linkspartei. Frank Jansen/Sarah Kramer

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