JUNG SINGT GUTKate Nash : Princess Charming

Jörg W er

Nachdem jahrelang junge, in Bands auftretende Männer das Bild britischer Popmusik geprägt haben, gibt es seit einiger Zeit Anzeichen für einen Paradigmenwechsel: Auch wenn es schon vor Amy Winehouse mit Protagonistinnen wie Katie Melua und Joss Stone anfing, hat erst der sagenhafte Erfolg der selbstzerstörerischen Souldiva das „Fräuleinwunder“ von der Insel sprichwörtlich werden lassen. Und es geht munter weiter: Adele und Duffy sägen am Winehouse-Thron, Lily Allen rappelt besser als Mike Skinner, Castingshow-Siegerinnen wie Leona Lewis verkaufen mehr Platten als die Kaiser Chiefs. Und die nächsten talentierten Gören stehen schon in den Startlöchern.

Zu den sympathischsten Newcomerinnen zählt Kate Nash. Nach einem heftigen MySpaceHype hat die 20-Jährige mit ihrem Debütalbum „Made of Bricks“ nicht nur eine der erfrischendsten und mitreißendsten Platten des vergangenen Jahres aufgenommen, sie zeichnet sich auch durch ein angenehm undramatisches Auftreten in der Öffentlichkeit aus. Das mag der in Dublin geborenen, an der führenden Londoner Musik-Kaderschmiede ausgebildeten Künstlerin in Kombination mit einer provozierend bürgerlichen Herkunft gewisse Aufmerksamkeitsdefizite eingebracht haben. Dieses Manko konnte indes nicht verhindern, dass die leichtfüßig groovenden, mit scharfzüngigen Texten punktenden Singles wie „Mouthwash“, „Pumpkin Soup“ und „Foundations“ zu Hits wurden und auch das Album zu einem beachtlichen Verkaufserfolg mitgezogen haben. Und live ist Kate Nash mit ihrer umwerfenden, aber niemals anbiedernden Niedlichkeit sowieso ein Ereignis.Jörg Wunder

Kesselhaus, Di 3.6., 21 Uhr,

22 € + VVK BM482

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