Zeitung Heute : Junge Wilde, Pergamon und Marlene

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1979 übernahmen Michel Würthle und Reinald Nohal die Paris Bar – vermittelt von Otto Schily, dem heutigen Bundesinnenminister. Jack Nicholson speist hier seinen Brokkoli, die Kellner sprechen französisch. Früher trafen sich in der Kantstraße die jungen Wilden. R.W. Fassbinder wies man allerdings zunächst als „Penner“ ab, später war er Stammgast. Das Lokal mit der deutlich sichtbaren Patina hebt immer noch während der Berlinale den Glamourfaktor der Stadt. Das Areal am Potsdamer Platz war einmal die größte Baustelle Europas. Mittendrin entwarf der Architekt Renzo Piano den Marlene-Dietrich-Platz . Eine schiefe Piazza war sein Vorbild. Der blaue Engel, sagte er mal im Interview, würde von oben schon dafür sorgen, dass es unten lebendig zugeht. Doch den Platz nutzen vor allem Shopping-Mall-Besucher und die Gäste der umliegenden Kinos. Berlin mutet auch griechisch an: jährlich strömen 850000 Besucher ins Pergamonmuseum . Erst 1930 wurde es eröffnet. Sein Glanzstück ist der Pergamonaltar mit dem hellenistischen Marmorfries. Nach 1945 retteten russische Offiziere viele Sammlungsstücke. Heute wird um die Rückgabe aus russischen Depots gestritten.

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