Zeitung Heute : Juni-Hochwasser sorgt bundesweit für mehr Spenden

Von Januar bis August 2013 flossen in Deutschland fast 2,6 Milliarden Euro aus privaten Taschen für gemeinnützige Zwecke, zeigt eine Studie der GfK.

Die Not vieler Menschen nach dem Juni-Hochwasser im Süden und Osten Deutschlands hat die Spendenbereitschaft der Bundesbürger deutlich wachsen lassen. Von Januar bis August flossen bundesweit rund 2,56 Milliarden Euro aus privaten Taschen für gemeinnützige Zwecke. Das seien 19,1 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum, teilte der Deutsche Spendenrat vergangene Woche in Berlin mit. Auch die Zahl der Spender habe zugenommen. Erfasst wurden Gaben von Bürgern ab zehn Jahren. Nicht eingerechnet sind Firmenspenden, Erbüberlassungen und Spenden von Ausländern.

„Dieses Jahr war wegen der Flutkatastrophen ein besonderes Jahr,“ betonte Gertrud Bohrer vom Marktforschungsinstitut GfK, das die Untersuchung im Auftrag des Spendenrats erstellt hat. Speziell für die Opfer und die bei den Fluten entstandenen Schäden seien 265 Millionen Euro gespendet worden – allein im Juni 208 Millionen Euro. Aus den betroffenen Regionen seien wiederum auch die meisten Spenden geflossen.

Dabei könne festgestellt werden: „Spenden ist mehr etwas für ältere Menschen.“ Am freigiebigsten sei die Generation der über 60-Jährigen – unabhängig von Ereignissen wie dem Hochwasser. Die über 70-Jährigen hätten sich 2013 sogar mit einem Spendenanteil von 42 Prozent am Gesamtvolumen hervorgetan.

Allerdings hätten sich während der Flut jüngere Bevölkerungsgruppen mit sogenannten Zeitspenden engagiert, die sich in Arbeitsleistungen und sozialem Engagement ausdrückten. Genaue Werte dazu würden zum Jahresende vorgelegt, kündigte die GfK-Managerin an. Bezogen auf die Spendenbereitschaft sei den Statistikern im Übrigen auch die Gruppe der „mittleren Einkommen im Osten“ positiv aufgefallen.

Den häufigsten Anstoß für Spenden – vor allem für die Flutfolgen – gaben laut Gertrud Bohrer Aufrufe in Fernsehen und Internet. Insgesamt spendeten von Januar bis August dieses Jahres 18,1 Millionen Menschen. Abgesehen von der überproportional ausfallenden Katastrophenhilfe verteilten sich die Spendenzwecke ähnlich wie in den Vorjahren: Kirchen und kirchliche Organisationen erhielten 24 Prozent der Spenden. Auf Hilfe für Kinder entfielen 19,5 Prozent, auf Tier-, Natur- und Denkmalschutz 21,6 Prozent (siehe auch Grafik).

Die Studie „Spendenjahr 2013: Trends und Prognose“ im Auftrag des Deutschen Spendenrats ist ein Teilergebnis der Studie „GfK CharityScope“. Für die in dieser Art seit 2005 vorgenommene Erhebung befragt das Marktforschungsinstitut kontinuierlich jeden Monat 10 000 deutsche Verbraucher zu ihrem privaten Spendenverhalten.epd

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