Zeitung Heute : Kalter Kampf

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Der Eismarkt ist hart umkämpft. Die traditionellen Eishersteller wie Unilever mit Langnese, oder Nestlé mit der Eismarke Motta stehen unter Druck. Denn einerseits versiegen die Vertriebswege – es gibt immer weniger Kioske und Freibäder. Gleichzeitig erobern No--Sorten den Markt: Eis von Aldi oder Lidl steht hoch im Kurs. Ihr Marktanteil wird bereits auf 30 Prozent geschätzt. Dazu kommt die Firma Masterfoods, die seit 1989 mit ihren Riegeln Bounty, Mars, Snickers und Twix auch auf dem Eismarkt präsent ist. Im vergangenen Jahr konnte Masterfoods in diesem Segment nach eigenen Angaben ein Umsatzwachstum von fast zwei Fünfteln erzielen – obwohl der Markt stagniert. Der Trumpf ist der hohe Bekanntheitsgrad der Riegel.

Vor allem die Unilever-Gruppe, die rund 20 Prozent der Nahrungsmittel-Erlöse und zehn Prozent des Konzern-Umsatzes aus dem Verkauf von Speiseeis erwirtschaftet, ist von der neuen Konkurrenz betroffen. Unilever hält etwa 25 Prozent, Nestlé 19 Prozent am deutschen Markt. Die Antwort von Unilever lautet: mehr Werbung mit der nach eigenen Angaben größten Kampagne aller Zeiten „Happynese“. Und bei Nestlé heißt die Antwort Konzentration. Nachdem Nestlé Schöller übernommen und Häagen Dazs komplett verspeist hat, ist der Konzern nun daran interessiert, seinen Anteil an dem US-Hersteller Dreyer’s zu vergrößern. Der deutsche Eismarkt gehört zu den Großen in Europa: Hier werden etwa 680 Millionen Liter pro Jahr geschleckt, das sind 24 Prozent des europäischen Speiseeiskonsums. Italien kommt auf 18 Prozent und Großbritannien auf 16 Prozent. fw

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