Zeitung Heute : Kapital der Zukunft

Wissenschaftliche Institutionen aus Berlin stellen der Öffentlichkeit ihre Arbeit vor

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Wissenschaft und Forschung sind das Kapital für die einstige Industriemetropole Berlin. Die teilungsbedingte Sonderrolle der Stadt hat nach der Wiedervereinigung Berlins ein beachtliches wissenschaftliches Potenzial beschert, aus dem sich Standortvorteile ableiten lassen. Auch wenn die Wissenschaftslandschaft unter den Sparzwängen leidet, so ist die Zahl der vorhandenen Institutionen doch beachtlich: Vier Universitäten, drei Kunsthochschulen, sieben Fachhochschulen, dazu sechs weitere Hochschulen und Akademien und 70 außeruniversitäre Einrichtungen ergeben eine Basis, die für eine Wissensgesellschaft von Vorteil ist. Rechnet man die über 140 000 Studenten und das wissenschaftliche Personal dazu, ergibt das schnell die Einwohnerzahl einer deutschen Großstadt, die nur mit dem Wissenschaftsbetrieb verbunden wäre. Eine ideale Grundlage für eine zukunftsweisende wirtschaftliche Entwicklung.

In Berlin wurden einst die Straßenbahn, das Flugzeug und die Thermoskanne erfunden, populäre Erfindungen, die aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Die Stärken Berlins heute liegen auf medizinischtechnischem Gebiet. So ist das „Klinikum Charité – Universitätsmedizin Berlin“ der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität die größte medizinische Fakultät Europas. Hier wird beispielsweise in Zusammenarbeit mit dem Max-Delbrück-Zentrum für molekulare Medizin an einem Telemedizin-Netzwerk mit Hilfe von Satelliten gearbeitet. Mit einem speziellen Videosystem werden medizinische Bilddaten ausgetauscht.

Dieses geballte Wissenschaftspotenzial stellt sich nun innerhalb der Schaustelle Berlin vom 12. bis zum 18. Juni vor. Auftaktveranstaltung ist die „4. Lange Nacht der Wissenschaft“ am 12. Juni von 17 bis 1 Uhr . An den anderen Tagen öffnen Berliner Institutionen im Rahmen der Reihe „Berliner WissensWerte“ interessierten Bürgern ihre Türen und geben bei Führungen Einblick in ihre Arbeit.

Weiteres im Internet:

www.schaustelle.de

www. LangeNachtderWissschaft.de

Offene Tür in der Klinik für Lasermedizin

Sanfte Chirurgie mit Hilfe modernster Technik stellt die Klinik für Lasermedizin im Vivantes Klinikum Neukölln vor. Im Foyer der Klinik wird die Arbeitsweise der Lasermedizin dargestellt. Auf den geführten Rundgängen werden Untersuchungs- und Behandlungsmethoden erläutert, um das Lasergerät zu „entzaubern“. Gleichzeitig können sich die Besucher auf dem ersten Neurofibromatosetag über diese genetisch bedingte Hautkrankheit und ihre Behandlungsmöglichkeiten informieren, für die diese Klinik spezialisiert ist.

Sonntag, 13. Juni, 13 Uhr 30, Vivantes Klinikum Neukölln, Klinikum für Lasermedizin, Rudower Str. 48, 12351 Berlin, Pavillon 12 / EG, Anmeldung. Eintritt frei. Keine Tickets erforderlich.

Musikforschung anhand von Archivalien

Justus Hermann Wetzel (1879 - 1973) gilt als der letzte spätromantische Komponist, der durch ein Berufs- und Aufführungsverbot während der Nazizeit in Vergessenheit geraten ist. Wetzel wollte sich damals nicht von seiner jüdischen Frau trennen. Er hat mehr als 600 Lieder nach Gedichten von Goethe, Eichendorff und anderen verfasst. Die Universität der Künste hat kürzlich das Archiv Wetzels übernommen und ist nun dabei, das Werk wieder auferstehen zu lassen. In einer Führung durch die Ausstellung wird die interdisziplinäre Forschung erläutert.

Sonntag, 13. Juni, 11 Uhr. Museum Mitte von Berlin, Palais am Festungsgraben, Am Festungsgraben 1, 10117 Berlin. Eintritt frei, keine Tickets erforderlich.

Spieglein, Spieglein an der Darm-Wand

Die Medizinische Klinik I des Campus Benjamin Franklin der Charité verfügt über eine der modernsten endoskopischen Ausstattungen Deutschlands. Mit der Endoskopie kann man Hohlräume des menschlichen Körpers mit einem elektrisch beleuchteten Spiegel untersuchen. Bei der Präsentation werden Mitarbeiter der Klinik vorführen, welche Organe und Hohlräume mit den verschiedenen endoskopischen Systemen untersucht werden können und welche Diagnosen der Arzt daraus ableitet. Mit Hilfe der Endoskopie können beispielsweise Polypen abgetragen werden. Die Endoskopie kann helfen, Operationen zu vermeiden. R.B.

Dienstag, 15. Juni, 17 Uhr.

Tickets (drei Euro) im Schaustelle-Vorverkauf erhältlich.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

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