Zeitung Heute : KARRIERE-TELEFON

ROLAND KOCH

Geisteswissenschaftler gelten als die Stiefkinder des Arbeitsmarktes.Nach Jahren theoretischer Studien im Elfenbeinturm stehen sie unvorbereitet den praktischen Anforderungen des Berufslebens gegenüber, heißt es.Daß diese Einschätzungen aber kein unabwendbares Los für die Schöngeister sind, hat das Karriere-Telefon des Tagesspiegels am vergangenen Montag gezeigt.Germanisten, Anglisten, Philosophen und Studiosi verwandter Fachrichtungen erhielten Tips für einen Berufseinstieg in die Kultur- und Medienbranche.

"An erster Stelle sollte man sich über sich selbst klar werden", sagt Klaus Siebenhaar, Professor für Kultur- und Medienmanagement an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler"."Nur wer seine Begabungen und Interessen, aber auch seine Defizite kennt, kann sich einen passenden Job suchen und fehlende Qualifikationen nachholen." Denn lediglich ein Uni-Abschluß reicht in den seltensten Fällen für einen Einstieg als PR-Referent, Projekt- oder Eventmanager."Über Praktika, Volontariate oder freie Mitarbeit können praktische Fähigkeiten als Ergänzung der theoretischen Kenntnisse erworben werden", fügt Dagmar Boeck, Geschäftsführerin des Instituts für Kultur- und Medienmanagement der Hochschule, hinzu.

Obwohl Geisteswissenschaftler sich außerhalb der Uni um Praxis bemühen müssen, bringen viele aus ihrem Studium Vorzüge mit, die bei einer Bewerbung stark gemacht werden sollten.Interpretatorische oder analytische Fähigkeiten, die inhaltliche Kompetenz in den studierten Fachgebieten oder das Vermögen, konzeptionell zu denken, zählen dazu."In der Kultur- und Medienbranche, in der es einen eindeutigen Trend zur freien oder projektbezogenen Arbeit gibt, muß dazu eine gehörige Portion Unternehmensgeist kommen", sagt Klaus Siebenhaar."Einen Auftrag erhält man nur, wenn man für ein Unternehmen ein Problem löst oder ihm eine Aufgabe abnimmt.Mit dieser Einstellung muß man auf den Markt gehen - und auch eine Existenzgründung in Betracht ziehen."

Eine Informationsveranstaltung zum Studiengang "Kultur- und Medienmanagement" findet am 5.Mai von 17 bis 19 Uhr an der Hanns Eisler Hochschule, Charlottenstraße 55, 10117 Berlin-Mitte statt.Anmeldungen unter t / Fax: 229 92 16.
Eine Seminarreihe zu Berufsfeldern für Geisteswissenschaftler beginnt am 23.April an der TU Berlin.Die Veranstaltungen finden jeweils freitags von 16 Uhr 15 bis 18 Uhr statt.Infos unter t 31 42 40 53.

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