Zeitung Heute : Kartoffeln, Käse und Biokost

Die Stände auf dem Wochenmarkt am Klausenerplatz sollen zusammenrücken So wird das Bummeln für die Kunden attraktiver

Günter Bartsch

Linda, Annabelle, Sieglinde, Marabel – sie alle gehören ihm: Detlef Richter. Kein Harem, nein, der 49-Jährige verkauft Kartoffeln. 14 Sorten bietet er auf dem Wochenmarkt am Klausenerplatz an. Und seine Kunden schätzen das große Angebot: „Im Supermarkt bekommt man das nicht.“ Die Vielfalt macht es aus, meint Richter. Und gute Beratung: Mit weit aufgerissenen Augen zieht er die Aufmerksamkeit einer Kundin auf sich und deutet auf einen Korb Erdäpfel: „Die schmecken sehr kartoffelig.“ Im Hintergrund rufen Gemüsehändler ihre Angebote aus. „Das ist laut Marktordnung eigentlich nicht erlaubt“, sagt Richter: „Ab und zu schlägt eben das Temperament durch bei den südländischen Händlern.“ In Charlottenburg halte es sich ja in Grenzen – in Wedding nerve ihn das laute Marktgeschrei schon öfter: „Das verschreckt die Kunden.“

Nach der Wende begann Richter als Marktverkäufer, jetzt hat er sich selbstständig gemacht. „Man wird nicht reich, aber es läuft“, sagt er. Im Supermarkt würde er nicht arbeiten wollen: „Ich brauche den Kontakt zu Menschen.“ Gut gelegen sei der Markt. Aber einen „stärkeren Marktcharakter“ wünscht er sich. „In den letzten Jahren hat der Markt an Niveau verloren“, sagt auch Holger Schönhardt, Verkäufer beim „BioBackHaus“. Das soll sich ändern: Die Marktverwaltung wird die Stände noch im Juni stärker konzentrieren. Die Lücken dazwischen sollen verschwinden.

Zwar gibt es eine Biobäckerei, Käse aus Österreich, türkische Feinkost und andere Spezialitäten. Aber in Richters Augen könnte das Lebensmittelangebot noch größer sein: Das erhöhe die Attraktivität.

— Wochenmarkt am Klausenerplatz, Di. und Fr. 8-13 Uhr

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