Zeitung Heute : Katar sagt Schutz für Gastarbeiter zu Nach Todesfällen auf Baustellen

Genf - Die Todesfälle auf Baustellen in Katar haben angesichts der dort geplanten Fußballweltmeisterschaft 2022 die Internationale Arbeitsorganisation alarmiert. „Es gibt sehr große Missstände auf den Baustellen in Katar“, sagte ILO-Sprecher Hans von Rohland dem Tagesspiegel. „Wir sind sehr besorgt.“ Nach Recherchen der ILO müssen tausende asiatische Gastarbeiter nicht nur unter katastrophalen Arbeitsbedingungen schuften. Die Baufirmen beuten die Migranten auch gnadenlos aus: So halten die Firmen die ohnehin kargen Löhne zurück, die Arbeiter werden gezwungen, unbezahlte Überstunden zu leisten, sie werden in miserable Unterkünfte gepfercht – und sie müssen Beschimpfungen und Schläge erdulden.

Laut dem britischen „Guardian“ starben im Jahr 2013 auf den Baustellen Katars allein 185 Menschen aus Nepal. In den vergangenen zwei Jahren seien bei Arbeiten in Katar 382 Nepalesen umgekommen. Im September 2013 hatte der „Guardian“ bereits berichtet, dass zwischen dem 4. Juni und dem 8. August insgesamt 44 nepalesische Gastarbeiter auf den WM-Baustellen gestorben waren. Menschenrechtsorganisationen sprechen von moderner Sklaverei in Katar.

Die ILO sah sich aufgrund der Berichte gezwungen zu intervenieren. Auf eine schriftliche Aufforderung, die Zustände zu ändern, reagierte die Regierung Katars. Das Arbeits- und Sozialministerium des Landes will jetzt mithilfe der ILO einen besseren Schutz der Gastarbeiter sicherstellen. Inspekteure sollen die Umsetzung eines „Rahmenplans“ für mehr Sicherheit überwachen. Für die ILO geht das aber nicht weit genug, sie dringt darauf, dass die Gastarbeiter sich zu Gewerkschaften zusammenschließen und über ihre Gehälter verhandeln dürfen. jdh.

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