Zeitung Heute : Keine Angst vor "schwarzen Schafen"

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Lange Jahre wurde Zeitarbeit schräg von der Seite beäugt, mittlerweile ist das Angebot groß und die Bewerber sind zahlreich. Aber auch in dieser Branche gibt es schwarzen Schafe. "Woran erkennt man, ob ein Zeitarbeitsunternehmen seriös ist?", war deshalb eine der am häufigsten gestellten Leserfragen am Info-Telefon des Tagesspiegels. Eine Stunde lang stand der Berliner Repräsentant des Bundesverbandes Zeitarbeit (BZA), Michael Werner, Rede und Antwort. Seine General-Tipp: "Eine erste Hilfe kann die Liste der BZA-Mitgliederbetriebe sein." Die BZA-Mitgliedschaft sei freiwillig, stelle jedoch gewisse Bedingungen an die Betriebe. Der persönliche Eindruck sei letztlich entscheidend. Beim Bewerbungsgespäch solle man deshalb die Augen offenhalten und Räumlichkeiten und Personal kritisch unter die Lupe nehmen. Würden Fragen zum Lohn, Urlaub oder im Krankheitsfall nur ausweichend oder gar nicht beantwortet, rate er "zur Vorsicht". Den Zeitarbeitgeber für sich Arbeit suchen zu lassen, könne effektiver als die Jobsuche auf eigene Faust sein, erklärte Werner. Als weiteren Vorteil stellte er heraus: "Auch für ältere Arbeitssuchende, oder wenn es Lücken im Lebenslauf gibt, ist die Chance über einen Zeitarbeitsbetrieb einen Job zu bekommen hoch".

Zeitarbeit als (Wieder-) Einstieg in den Beruf ist auf dem Vormarsch. Alleine in Berlin und Brandenburg gibt es nach Hochrechnungen des BZA ungefähr 430 Büros, die sich mit dem Verleih von Arbeitskräften befassen. Rund 9 000 Beschäftigte werden in der Branche als "Feuerwehrleute" dort eingesetzt, wo es kurzfristig an Beschäftigten fehlt. Zeitarbeitnehmer müssen vor allem flexibel sein, denn sie werden in verschiedenen Betrieben mit unterschiedlichen Aufgaben eingesetzt. Das kann auch über klassische Aufgabenbereiche hinausgehen. Für rund ein Drittel endet der Einsatz auf Zeit schließlich mit einer Festanstellung am Einsatzort. Besonders in Organisations- und Verwaltungsberufen, sowie in technischen Berufen steigt die Nachfrage. Auch Hilfsarbeiter werden zunehmend gebraucht. Der Trend in Metall- und Elektroberufen ist hingegen rückläufig.

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