Zeitung Heute : Keine Faxen im Panic Room

Der Tagesspiegel

STADTMENSCHEN

Wenn zu viele kommen, bestraft alle das Leben. „VIP-Empfang im Sony Sky Garden“, hatte es im Vorfeld der Deutschland-Premiere von „Panic Room“ am Dienstagabend geheißen, aber der Plan, den Gästen neben den wieder sehr schmackhaften Käfer-Häppchen auch noch eine famose Aussicht zu bieten, musste Jürgen Schau, Geschäftsführer von Columbia Tristar, bald fallen lassen. Es hatten sich einfach zu viele Schaulustige angemeldet, um in luftiger Höhe Aufnahme finden zu können. So wurde die Party nach der Filmvorführung im Cinestar eben rasch ins multifunktionale Erdgeschoss verlagert, und selbst dort wurde es mit über 600 Premierenbesuchern bald ziemlich eng.

Mit Hauptakteurin Jodie Foster hätte man sich wohl eine dritte Raumvariante einfallen lassen müssen, aber es kam eben nur Regisseur David Fincher, mit „Seven“, „The Game“ und „Fight Club“ ein verdienstvoller Mann, aber doch kein vergleichbarer Star. Auf Glamourfaxen hat er denn auch bei der Vorstellung verzichtet: Kein Stichwortwechsel, nicht mal ein lässiges „Hallo, Berlin“ vorne auf der Bühne, nur ein flüchtiges Aufstehen aus dem Kinosessel, als der Scheinwerfer auf ihn fällt.

David Fincher sei der Meinung, dass der Film für sich sprechen solle, erklärte Jürgen Schau dessen Schweigen. Das für die deutsche und die englische Version auf zwei Säle verteilte Publikum war ohnehin mit Lollys, Bonbons und Mineralwasser beschäftigt, Sponsorenspenden für die Nacht des Schreckens. Manches altvertraute Gesicht war zu sehen, Jungstar Robert Stadlober mit verwuscheltem Schopf, Judy Winter, Alexandra Kamp und Frank Zander. ac

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