Zeitung Heute : Keine Pauschale

Der Tagesspiegel

Von Amerika lernen heißt:klagen lernen. Anwalt Reiner Geulen hat da reichlich Erfahrung und stellt die erprobten Mechanismen nun in den Dienst der Bundeswehr-Soldaten, die – teils ganz sicher, teils nur vielleicht – durch ihre Arbeit an Radargeräten geschädigt wurden. Die deutsche Öffentlichkeit muss den Umgang mit diesen Inszenierungsmethoden erst lernen. Geulen kämpft brillant für seine Mandanten, aber seine Darstellung – alle Antragsteller sind Opfer, Einzelfallprüfung sei nur Schikane aus Geiz – ist nicht die ganze Wahrheit. Die Bundeswehr agiert nicht pauschal abwehrend, sie hat das Thema mit einer Studie in die Öffentlichkeit getragen. Rudolf Scharping hat schnelle und unbü rokratische Hilfe versprochen, aber seither hat sich die Zahl der Schadenersatzforderungen vervielfacht. Wer ist wirklich geschädigt, wer nur vermeintlich – und wer womöglich Trittbrettfahrer? Diese Überprüfung ist nicht herzlos, sondern Pflicht für eine Regierung, wenn sie verantwortlich mit Steuergeldern umgehen will. Nur schnell sollte es gehen. Und nach Klärung rasch gezahlt werden. cvm

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