Zeitung Heute : Kellner, Koch, Kaufmann – alles wird gesucht

Die Personalagentur für Tourismus vermittelt jährlich hunderte Deutsche ins Ausland

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Früher waren es in erster Linie Akademiker, die es ins Ausland zog. Heute sind auf dem internationalen Arbeitsmarkt auch verstärkt Fachkräfte im Tourismusgewerbe gefragt. „Alles wird gesucht. Ganz egal, ob Kellner, Koch oder Rezeptionist. Hauptsache, der Bewerber hat eine abgeschlossene Ausbildung und bringt noch eine andere Qualifikation, wie beispielsweise gute Sprachkenntnisse mit“, sagt Manfred Mattis von der „Zihoga“ (Zentrale und Internationale Management- und Fachvermittlung für Hotel- und Gaststättenpersonal).

Die Zihoga gehört zur Arbeitsagentur und vermittelt gezielt im Tourismus-Gewerbe sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Dies gelingt ihr jährlich bei rund 1000 der etwa 1500 Interessenten, schätzt Mattis. Mehr als die Hälfte davon geht ins Ausland. Die hohe Vermittlungsrate lasse sich auf eine gezielte Beratung zurückführen. „Wenn sich jemand als Animateur bewirbt und mir erzählt, dass er der Stimmungsmacher in seinem Freundeskreis sei, dann reicht das bei weitem nicht“, so Mattis. Die meisten Arbeitsangebote für Auswanderwillige kommen aus dem englischsprachigen und dem deutschsprachigen Raum. In begehrte Reise- und Arbeitsziele wie Spanien oder Italien werde selten vermittelt, weil die Sprachkenntnisse der Bewerber oft nicht ausreichten, sagt Mattis. Wer seine berufliche Zukunft im Ausland sieht, sollte jedoch nicht unbedingt mit einer finanziellen Verbesserung rechnen. In manchen Ländern werde im Tourismus–Gewerbe zwar besser bezahlt, aber die Lebenshaltungskosten seien dafür höher.

Wer nur im EU-Ausland nach Arbeit sucht, sollte keine Probleme mit der Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis bekommen. Schwieriger wird es, wenn man nach Australien oder Neuseeland will. „Australien hat sehr begrenzte Einreisebestimmungen und nimmt nur Arbeitskräfte, die das Land wirklich braucht. Wer im Tourismus arbeitet, hat schlechte Karten“, sagt Mattis. ysh

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