Zeitung Heute : Kennzeichen Ruß

Bernd Hops

Verkehrsminister Stolpe schlägt eine höhere Mautgebühr für Ruß- Lkw vor. Was wäre technisch nötig, damit das Erfassungssystem solche Lkw erkennen kann?

Maut ist bei Lkw nicht gleich Maut. Je schwerer die Laster sind und je mehr sie die Straßen beschädigen, desto mehr müssen sie bezahlen. Diese Differenzierung gibt es schon heute. Auch nach Schadstoffklassen wird bei der Berechnung der Autobahngebühr unterschieden. Hat ein Lkw einen Bordcomputer – die so genannte Obu – eingebaut, geht das Prozedere automatisch. Denn jede Obu wird für den individuellen Laster, in dem sie steckt, mit Daten gefüttert. Dadurch weiß das Mautsystem, sobald der Lkw auf eine mautpflichtige Straße fährt, wie groß das Fahrzeug ist und welche Schadstoffklasse es hat. Melden sich Lkw-Fahrer mit ihrem Wagen an einem der Mautterminals oder im Internet für eine Fahrt über die Autobahn an, dann werden ebenfalls die Grunddaten zum Lkw abgefragt.

Zurzeit ist das deutsche Mautsystem noch starr. Das heißt, Kriterien für die Berechnung der Maut lassen sich nicht einfach in den Programmen ändern. Das gleiche gilt im Übrigen auch für die Strecken, die bemautet werden. Ab dem 1. Januar 2006 sind jedoch Änderungen möglich. Bis dahin soll auf die Bordcomputer neue Software aufgespielt werden – die so genannte Obu II. Ist die installiert, kann die Obu-Software jederzeit per Funk zentral verändert und zum Beispiel abgefragt werden, ob ein Lkw einen Rußfilter hat oder nicht. Keine Rolle spielen dabei die Mautbrücken auf den Autobahnen. Sie dienen nur der Kontrolle, ob ein Lkw Mautpreller ist oder nicht.

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