Zeitung Heute : KINDERFILM

Karo und der liebe Gott

Nina Töllner

Der liebe Gott trägt einen speckigen Mantel und ist selten nüchtern in den Straßen Wiens unterwegs – zumindest in den Augen der achtjährigen Karo. Das Mädchen hat schwer an der Trennung seiner Eltern zu knabbern. Ihr Ehrgeiz: Mutter Alice und Vater Stefan wieder zu vereinen. Hilfe erhofft sie sich vom Allmächtigen, den sie in dem älteren Mann aus der Wohnung drunter zu erkennen glaubt. Unwirsche Abwimmelungsversuche helfen nichts – „Gott“ muss sich in seine Rolle fügen. Mit Witz und weitgeend ohne Klischees erzählt die österreichische Regisseurin Danielle Proskar vom Leid, Kampf und Lernprozess eines Scheidungskindes. Gegen Ende franst die Erzählung etwas aus, dennoch bleibt ihr Debüt ein unterhaltsamer, intelligenter Kinderfilm, vor dem auch Erwachsene nicht Reißaus nehmen brauchen. Hübsch. Nina Töllner

„Karo und der liebe Gott“,

A 2006, 94 Min., R: Danielle

Proskar, D: Resi Reiner, Branko Samarovski

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