Zeitung Heute : KINDERFILM

Das kleine Gespenst.

Alain Gsponers Real-Verfilmung von Ottfried Preusslers zauberhaftem Kinderbuch ist werkgetreu und altmodisch genug, um weder dogmatische Fans noch ängstliche Kinder zu verschrecken. Zwar könnte man darüber streiten, ob der an eine Mischung aus Baiser und Tempotaschentuch erinnernde animierte Geist blaue Murmelaugen gebraucht hätte. Und ob Anna Thalbachs Stimme ihm eventuell zu viel Rüpelhaftigkeit mitgibt. Andererseits wird jedes Fünkchen Frechheit durch die langsame Erzählweise wieder ausgemerzt. Und die vom Drehbuchautor Martin Ritzenhoff erweiterte Nebenhandlung von Karl, der mithilfe zweier Freunde (wie üblich ein Mädchen und ein ängstlicher Junge) das Uhrenproblem des Geistes löst, trägt zur unterhaltsamen Harmlosigkeit bei. Am Ende erfreuen sich Uhu Schuhu und Gespenst entspannt am Mondschein. Hübsch. Jenni Zylka

D 2012, 92 Min., R: Alain Gsponer, D: Jonas Holdenrieder, Uwe Ochsenknecht, Herbert Knaup

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