KINDEROPER„Nebenan“ : Es ist angerichtet

Sarah Friedeberg

Wollt ihr etwa mit jemandem im Haus wohnen, der euch jeden Tag um Punkt 18 Uhr das Essen kocht und es euch bringt? „Er“, der mit „ihr“ zwar im gleichen Haus, aber in verschiedenen Wohnungen wohnt, will es jedenfalls nicht. Irgendwann hat er genug davon und will es ihr auch sagen, doch irgendwie kommt er nicht dazu. Am Anfang will er die Tür einfach nicht mehr aufmachen, oder er will das Essen zwar annehmen, ihr es dann aber ins Gesicht werfen. Beides klappt nicht. Er nimmt ihr dann das Essen einfach ab, ohne etwas zu sagen. Sie findet das ungezogen. Nach dem Essen müssen beide auf die Toilette. Und da sie nur eine gemeinsam haben, laufen sie beide los, nur um dann den anderen wieder vorlassen zu können. Und so streiten sie, jeden Tag von neuem. Bis eines Tages etwas Unvorhergesehenes passiert. Mögen sich die beiden, oder mögen sie sich nicht? Das ist die Frage, die ihr euch selbst beantworten könnt.

„Nebenan“ ist eine kleine Oper, genauer gesagt ein Theaterstück mit Klaviermusik, in dem nicht gesprochen, sondern nur gesungen wird. Die Schauspieler sind gut, auch die Klavierspielerin, und das Licht auf der Bühne ist wunderschön. Mich hat gewundert, dass das Stück schon für Kinder ab sechs Jahren ist, denn ich glaube nicht, dass Sechsjährige alles verstehen können. Ich habe auch manches nicht verstanden. Ich finde sowieso Theater, in dem nur gesungen wird, nicht so gut. Lieber ist mir Theater als Sprechgeschichte. Sarah Friedeberg

Grips Theater in der Schiller Theater Werkstatt, So 20.4., 16 Uhr, Mo-Mi 21.4-23.4., 11 Uhr, 9 €, erm. 6 €, „Theater der Schulen“, 4 €. Sarah Friedeberg ist neun und wohnt in Charlottenburg.

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