Zeitung Heute : Kirchen wollen Runden Tisch für Flüchtlinge Berliner Caritas-Chefin:

„Lampedusa ist hier“.

Berlin - Die Caritas-Direktorin für das Erzbistum Berlin, Ulrike Kostka, hat einen Runden Tisch in der Flüchtlingsfrage gefordert. „Man muss einen Weg für die Zukunft finden, damit nicht immer nur ad hoc reagiert wird“, sagte Kostka am Donnerstag. Der Senat und die Bezirke müssten sich mit den Flüchtlingen selbst und allen anderen Beteiligten zusammensetzen, um zukunftsfähige Lösungen zu erarbeiten.

Die Caritas-Direktorin begleitete den Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Christian Hanke (SPD), bei seinem Besuch im Caritas-Heim, in dem seit Sonntag 80 Flüchtlinge untergebracht sind, die bislang in Zelten am Oranienplatz campierten. Kostka kritisierte, dass sich Bund, Senat und Bezirke in Flüchtlingsfragen gegenseitig die Verantwortung zuschieben – sowohl für den Oranienplatz als auch vor einigen Wochen für den Hungerstreik am Brandenburger Tor. Auch Drittstaaten und andere deutsche Bundesländer hätten bisher weder die akuten Probleme der Unterbringung noch die grundsätzlichen Fragen der Anerkennung gelöst. Die katholische und die evangelische Kirche könnten daher Gastgeber für einen Runden Tisch sein, zumal das Thema weiter relevant sein werde. „Lampedusa ist längst hier“, sagte Kostka: „Und Lampedusa bleibt auch hier.“

Die Direktorin des Diakonischen Werks, Kirchenrätin Susanne Kahl-Passoth, begrüßte den Vorschlag: „Kirchen, Diakonie und Caritas arbeiten bereits jetzt sehr eng zusammen, um den Flüchtlingen zu helfen, die bei uns in Berlin und Brandenburg stranden“, sagte sie. „Der Forderung der Caritas-Direktorin nach einem Runden Tisch zum Thema Flüchtlinge stehen wir offen gegenüber.“

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) unterstützte am Donnerstag die harte Haltung des Innensenators Frank Henkel (CDU) zum Zeltlager am Oranienplatz. Der „rechtswidrige Zustand“ dort müsse beendet werden. Aber Wowereit betonte, dies solle „möglichst auf kooperativem Wege, im Dialog“ geschehen. das/za

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