KLANGINSTALLATIONEN„sururb“ und „Klanglumineszenz“ : Raumerforschung

Laura Backes

Lange Zeit waren die beiden Wasserspeicher unter der Parkanlage am Wasserturm im Prenzlauer Berg der Öffentlichkeit verborgen. Errichtet zur Wasserversorgung der Stadt, ist dort heute Raum für neue, spartenübergreifende Kunst. Seit drei Jahren nutzt die Singuhr – Hoergalerie die kühlen, labyrinthischen unterirdischen Backsteinbauten für ihre Projekte. Nach einer Winterpause beginnt für die Galerie jetzt mit zwei Klanginstallationen die Saison 2010.

Den Großen Wasserspeicher hat der Berliner Künstler Alex Arteaga für sein Projekt „sururb. Wasserspeicher – Eine performative Raumforschung“ in Beschlag genommen. Mehrmals täglich erkunden drei Performer das Quartier im Wasserturm. An ihren Körpern befestigte Klangaufnahmegeräte nehmen ihre Schrittrhythmen sowie aus den Straßen vordringende Geräusche auf. Dieses Konglomerat an Klängen wird ungefiltert in die Installation im Großen Wasserspeicher eingespeist. Was dann zu hören ist, hängt ab von den Geräuschen der Außenwelt. In der Kombination von innen und außen erfüllen Klänge den Wasserspeicher, die auf natürliche Weise nie den Weg in den unterirdischen Raum durchdringen könnten.

Den Studenten der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig reicht der Klang als einzige Dimension für ihr Projekt nicht. In „Klanglumineszenz“ sprechen sie außer dem Hör- auch den Sehsinn an: Im Kleinen Wasserspeicher verwandeln sie die installierten Neonröhren in Instrumente. Die Einschaltgeräusche der Leuchten werden akustisch verstärkt, wodurch dynamische Klang-Licht-Kompositionen entstehen. Laura Backes

Singuhr – Hoergalerie, Do 3.6. bis So 13.6.,

tgl. 14-20 Uhr, 3 €, erm. 2 €

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