Zeitung Heute : Klare Kante zeigen

Wenn es um den Übergang zum Rasen geht.

Wird der Rasen im Hausgarten nicht regelmäßig in seine Schranken gewiesen, erobert er die angrenzenden Beete. Dort machen die Gräser Zier- und Nutzpflanzen Konkurrenz. Um das zu verhindern, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Die natürliche Variante ist der nahtlose Übergang zwischen Rasen und Beet, auch „Englische Rasenkante“ genannt. Sie ist im naturnahen Garten sehr beliebt. Damit der Rasen nicht in die Beete eindringt, wird er abgestochen sowie zusätzlich oder alternativ abgeschnitten. „Zum Abstechen eignet sich ein Rasenkantenstecher oder auch ein Spaten“, erklärt Klaus Müller-Beck, Vorsitzender der Deutschen Rasengesellschaft in Bonn. Wichtig sei vor allem, dass die Kante des Werkzeuges scharf ist. Bei gerade verlaufenden Beetkanten bietet es sich an, die Stechkante zuvor mit einem langen Holzbrett oder einer Schnur zu markieren.

Die abgestochenen Grasflecken und -ausläufer werden von Erde befreit und entfernt. Bei diesem Arbeitsgang wird das Erdreich am Beetrand gleichzeitig gut gelockert. Allerdings entsteht im Laufe der Zeit ein immer größerer Höhenunterschied zwischen Beet und Rasen. Die Kante sollte von Zeit zu Zeit daher mit Mutterboden ausgeglichen werden. „Wie oft im Jahr abgestochen werden muss, richtet sich nach der Gräserart. Die Lägerrispe (Poa supina) beispielsweise bildet schnell umfangreiche Ausläufer“, sagt Müller-Beck. Der Rand müsse hier während der Wachstumsperiode unter Umständen alle vier bis sechs Wochen nachgearbeitet werden.

Das Abstechen der Kante ist zwar eine kostengünstige, aber auf jeden Fall eine arbeitsintensive Maßnahme. Wer sich diese Mühe nicht Jahr für Jahr machen möchte, sollte über eine Beeteinfassung nachdenken. „Sowohl sehr dauerhaft als auch pflegeleicht sind Beeteinfassungen aus Stein“, sagt Lutze von Wurmb, Vizepräsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau. Passend zu Gartenwegen, Terrasse und Hausfassade können Naturstein, Granit, Klinker, Backstein oder Beton eingesetzt werden.

Das Material werde in einer Breite von 10 bis 20 Zentimetern verlegt. „Der große Vorteil ist: Auf diesem Steinrand kann ich mit einem Rad des Mähers fahren und damit beim Rasenmähen auch die Gräser an der Kante gut erwischen“, erläutert von Wurmb. Dafür müssen die Steine aber auch bündig mit dem Erdreich abschließen.

Allerdings suchen sich Gräser gerne einen Weg durch Fugen – zweireihig verlegte Pflastersteine erschweren das. Sie können auch in zwei verschiedenen Höhen nebeneinander gesetzt werden, was ein schönes Gestaltungselement ist. Die Alternative sind Rasenkantensteine aus Beton. „Sie besitzen auf einer Seite eine halbrunde Ausbuchtung und auf der anderen Seite das passende Gegenstück“, erläutert Norbert Franke, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde in Berlin. So entstehen scharnierartige Verbindungen zwischen den Steinen ohne allzu große Fugen. „Vor allem bei geschwungenen Rasenkanten kommt dieser Vorteil zum Tragen.“ Eine gute architektonische, aber nicht ganz so pflegeleichte Lösung sind Kanten, welche senkrecht in den Boden gesetzt werden. „Seit einigen Jahren sind vor allem dünne Profile aus Edelstahl, verzinktem Stahl oder Aluminium sehr gefragt“, hat Rasenexperte Müller-Beck beobachtet. Sie seien nahezu unverwüstlich, vergleichsweise günstig und wirkten nebenbei als Wurzelsperre. dpa

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