Zeitung Heute : Klein gekaut

-

Gesundheitsministerin Schmidt will die Versicherungsprämien für Zahnersatz nun doch einkommensabhängig festlegen. Was kostet das die Versicherten?

Beim Zahnersatz hat Gesundheitsministerin Ulla Schmidt die politische Initiative jetzt an sich gerissen und die zerstrittene Union in die Defensive gebracht. Sie schlägt vor, die geplanten Zusatzprämien einkommensabhängig zu erheben – und hebelt damit durch die Hintertür das ganze Reformkonzept der Opposition wieder aus. Hatte doch Angela Merkel zuvor als Erfolg gefeiert, der rotgrünen Regierung für 2005 die Ausgliederung des Zahnersatzes aus der gesetzlichen Krankenkasse abgerungen zu haben – als einen ersten Schritt hin zu einer generellen Kopfpauschale im Gesundheitswesen.

Bisher macht der Zahnersatz in der Krankenversicherung ungefähr 0,4 Prozentpunkte des Beitrags aus. Jeweils die Hälfte zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Um diesen Betrag müssten die Prämien nach einer Ausgliederung auf jeden Fall sinken. Denn fortan zahlen – egal ob Festpreis oder einkommensabhängig – die Arbeitnehmer für ihre Zähne alleine. Die Schmidt-Formel ist kaum mehr als alter Wein in neue Schläuche. Warum dann noch ausgliedern? Man bräuchte nur die paritätische Zahlung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern um 0,2 Beitragspunkte zu Gunsten der Arbeitgeber verschieben. Der Effekt wäre der gleiche. M.G.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar