Zeitung Heute : Klein wie Zuckerwürfel

Die keramischen Mikrobrennermodule von mbm sind sparsam und zielgenau

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Bereits in einem studentischen Konstruktionsprojekt hatten Hilko Siebels und Hans Rasmusson die Idee, mit der Mikrosystemtechnik etwas völlig Neues zu schaffen. Diese Idee verfolgten sie in ihren Diplomarbeiten weiter. Nach zweieinhalb Jahren ist es den beiden Maschinenbauingenieuren gelungen: Sie erfanden keramische Mikrobrennermodule, die mit Erdgas betrieben werden. Mit dieser Idee schafften sie es nun, im BusinessplanWettbewerb 2005 zu den drei Siegern zu gehören.

Die neuartige Heizung von Siebels und Rasmusson setzt sich aus vielen einzelnen Brennern zusammen – jeder etwa so groß wie ein Zuckerwürfel. Da sich auf diese Weise wie aus Legosteinen auch verschiedene Brennerformen modular aufbauen lassen, in denen das Gas wie ein Flammenteppich aus Mikroflammen verbrennt, heißen diese Würfel Mikrobrennermodule.

Und sie bieten verschiedene Vorteile: So lassen sich Kunststoffe, beispielsweise bei der Herstellung von Jogurtbechern, gezielt erwärmen. Bei diesem Prozess werden lange Kunststoffbänder erhitzt, bevor sie zu Bechern geformt werden. Derzeit werden dazu noch elektrische Heizungen verwendet. Doch sie heizen sich nur sehr langsam auf und auch zum Abkühlen benötigen sie eine verhältnismäßig lange Zeit. Die Mikrobrennermodule erlauben eine schnellere und flexiblere Produktion. Darüber hinaus sind sie sparsam und schadstoffarm.

Siebels und Rasmusson, die seit einem Jahr über die Bundesförderung „Exist-Seed“ am Institut für Produktentwicklung Karlsruhe (PEK) angestellt sind, wollen im Januar 2006 ihre mbm Mikrobrennermodule GmbH in der Region Berlin-Brandenburg gründen. Anschließend soll die Entwicklung mit Pilotkunden weitergeführt und eine Produktionsstätte aufgebaut werden. Dafür benötigen sie in den kommenden zwei Jahren etwa 500 000 Euro Startkapital. Nach fünf Jahren könnten etwa 15 Mitarbeiter beschäftigt werden. W.H.

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