Zeitung Heute : KLEINSTADT–KRIMI

Freischwimmer

Julian Hanich

Sonnenschein, Vogelgezwitscher, malerische Kleinstadt. Eine deutsche Märchenidylle. Natürlich zu schön, um wahr zu sein. Im Mittelpunkt: Rico, ein schwerhöriger Außenseiter mit Hang zur Kunst und sein sonderbarer Deutschlehrer, der in einem biedermeierlichen Haus tief versteckt im Walde lebt. Darüber hinaus treten auf: ein blondes Lolita-Gift, ein gestrenger Sportlehrer und eine spießige Musiklehrerin. Sie bilden das Ensemble eines bizarren Kleinstadt-Stückes, in dem bedeutungsschwanger die Motive wiederkehren, gekünstelte Sätze geraunt werden und grundlos der deutsche Stummfilm zitiert wird. Für einen Kriminalfilm zu spannungsarm, als Kleinstadt-Farce zu wenig bissig und für ein Märchen zu zeitdiagnostisch – was will „Freischwimmer“ eigentlich sein? Wir wissen es nicht. Konfus und überambitioniert. Julian Hanich

„Freischwimmer“, D 2007,

115 Min., R: Andreas Kleinert,

D: Frederick Lau, August Diehl, Fritzi Haberlandt

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