Zeitung Heute : KLETTERDRAMA

127 Hours

Amerika liebt Helden, die sich allein und furchtlos auf den Weg machen, Westernfiguren wie John Wayne oder Clint Eastwood. Auch Aron Ralston ist solch ein Loner, doch sein Einzelgängertum wird ihm beinahe zum Verhängnis. Niemand weiß, was er vorhat, als er zum Klettern im Hochland von Utah aufbricht. Als er in den Blue John Canyon, eine schmale Felsspalte, hinabsteigt, löst sich ein Gesteinsbrocken und klemmt seine Hand ein. 127 Stunden, fünf Tage, werden vergehen, bis sich Ralston den Arm abschneidet, um sich zu befreien. Der Mann in der Klemme ist allein mit seinen Ängsten und den Bildern in seinem Kopf. Daraus macht Regisseur Danny Boyle großes Imaginationstheater, bei dem die Grenzen zwischen Realität und Phantasma verschwimmen. Als Ralston am Ende sein stumpfes Messer aufklappt, ist er bereit, den rechten Unterarm und sein altes Leben hinter sich zu lassen. Visionär. Christian Schröder



USA/GB 2010, 94 Min., R: Danny Boyle, D: James Franco

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben