Zeitung Heute : Klima zum Frühstück, Früchtetee zum Basteln

Die Freie Universität Berlin koordiniert Veranstaltungen der Schüleruniversität zu Klima und Energie

Sabrina Wendling

Mit dem Solartaxi rund um den Globus – was ziemlich unglaublich klingt, machte Thomas Gottschalk im Jahr 2008 wahr: Innerhalb von 15 Monaten bereiste er mit seinem Sonnengefährt fast 50 Länder der Erde. Das klingt nach einer verlorenen Saalwette „Wetten, dass?“. In Wirklichkeit ist Thomas Gottschalk aber ein Berliner Student, der seine Diplomarbeit über regenerative Energien schreibt. Während der Schüleruniversität zu Klima und Energie an der Freien Universität Berlin wird er Kindern und Jugendlichen von seiner abenteuerlichen Reise berichten.

Vom 2. bis zum 6. März 2009 wird die Freie Universität Berliner Grundschüler in die abenteuerliche Welt von Klima und Energie entführen. „Mit unserer interaktiven Schüleruni wollen wir Schüler der 5. und 6. Klassen für das Thema Energie begeistern und ihnen mit Spaß, Unterhaltung und ohne erhobenen Zeigefinger ein intelligentes Energieverhalten vermitteln“, sagt Annette Piening, Projekt-Koordinatorin von der Forschungsstelle für Umweltpolitik am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften.

So werden die Schüler zum Beispiel erkunden, dass man Früchtetee nicht nur trinken kann: Aus Tee und Zahnpasta werden sie eine Solarzelle bauen. Jeden Morgen steht außerdem ein leckeres Frühstück bereit, bei dem die Kinder begreifen, wie sie etwa mit dem Verzehr von Erdbeeren im Winter das Klima beeinflussen – wenn nicht sogar „verfrühstücken“. In einer Klimashow mit spektakulären Experimenten wird gezeigt, was Klimakiller sind und wie der Treibhauseffekt funktioniert. Auf dem Programm steht auch, wie man mit Stroh, Mist und Kompost kochen und heizen kann. Außerdem gehen die Schüler auf die Jagd nach Energieräubern und enttarnen Stromfresser mit der Wärmebildkamera. Und weil Klima ohne Wetter nicht funktioniert, erklären Meteorologen, wie der Klimawandel unser Wetter beeinflusst.

Eine Schüleruni zum Thema Umwelt gab es an der Freien Universität bereits im Jahr 2006. Anlass war die Tschernobyl-Katastrophe, die sich zum 20. Mal jährte. Das neue Projekt „Schools at University for Climate and Energy“ (SAUCE) knüpft an diese Erfahrungen an, findet aber in einem größeren Rahmen statt. Mit dabei sind sechs europäische Partnerhochschulen, die ebenfalls Schülerunis nach dem Berliner Vorbild entwickeln. Gefördert wird das Projekt von der Initiative „Erziehung zum intelligenten Umgang mit Energie“ der Europäischen Kommission. Es wird von der Forschungsstelle für Umweltpolitik an der Freien Universität Berlin koordiniert.

Für die Berliner Grundschüler gestaltete Karola Braun-Wanke von der Berliner Energieagentur GmbH das Programm. Als Dozenten wurden Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachbereichen und Forschungsinstituten sowie außerschulische Akteure der Berliner Bildungsinstitutionen und Energieexperten gewonnen. Die Forschungsstelle für Umweltpolitik an der Freien Universität betreut das Projekt organisatorisch und weitet das bestehende Netzwerk aus: „Innerhalb der Universität haben sich bisher das Institut für Meteorologie, der Fachbereich Physik und Lehramtsstudierende beteiligt“, sagt Piening, „auch unsere außeruniversitären Netzwerke wollen wir noch ausdehnen.“

Eine Besonderheit dieser Schüleruni ist das Angebot für interessierte Lehrkräfte. Am 19. Februar bietet die Freie Universität eine begleitende Fortbildung an, um Lehrer für die Themenbereiche Energie und Klima zu sensibilisieren und auch neue Impulse für den Schulunterricht zu geben. „Mit dem Angebot wollen wir ganz praktisch auf die bisher kaum entdeckte Attraktivität der Themen Klima und Energie hinweisen“, sagt Piening. Die Lehrkräfte sollen Anregungen bekommen, wie sie Umweltthemen fächerübergreifend in Mathe und Deutsch sowie im Sachunterricht unterrichten können.

Die Schüleruni zu Klima und Energie ist zunächst bis August 2011 geplant. In diesem Zeitraum sollen in Berlin die Veranstaltungen zwei Mal jährlich angeboten werden, in diesem Jahr nochmals vom 28. September bis 2. Oktober – zeitgleich zur Kinder-Uni der Freien Universität Berlin. Eine Anmeldung der Schulklassen zur Schüleruni im März ist bis zum 20. Februar möglich.

Weitere Informationen:

Freie Universität Berlin, Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften, Forschungsstelle für Umweltpolitik, Annette Piening, PD Dr. Lutz Mez: berlin@schools-at-university.eu Anmeldung der Schulklassen unter: www.schools-at-university.eu/berlin

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