Zeitung Heute : Kliniken könnten bis zu 4000 Jobs für Mediziner schaffen

Der Tagesspiegel

Berliner Krankenhäuser könnten nach Ansicht der Berliner Ärztekammer bis zu 4000 zusätzliche Stellen für Mediziner schaffen. Dazu seien nur der Abbau von Überstunden und die Erfüllung von Teilzeitwünschen notwendig. Außerdem müsse die vom Europäischen Gerichtshof in einem Urteil vom 3. Oktober 2000 vorgeschriebene Anerkennung von Bereitschaftsdiensten als Arbeitszeit endlich umgesetzt werden. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie, die der Arzt Daniel Sagebiel im Rahmen seines Magisterabschlusses im Fach Public Health an der TU Berlin erstellte. In Berlin sind etwa 900 Ärzte arbeitslos gemeldet.

Nach der Studie arbeiten Berliner Ärzte durchschnittlich 57,8 Stunden in der Woche, 52 Prozent der Befragten sogar mindestens 60 Stunden in der Woche. Da ein Großteil der geleisteten Überstunden vorhersehbar sei, könnten diese Stunden zugunsten von Neueinstellungen umverteilt werden. Beachtlich auch folgendes Ergebnis: Obwohl über die Hälfte der befragten Ärzte den Wunsch nach Teilzeit äußern, arbeiten nur 18 Prozent auf Teilzeitbasis. Allein durch die Erfüllung der bestehenden Teilzeitwünsche könnten etwa 1050 Vollzeit-Arbeitsplätze in Berlin entstehen. Die bei einer Umsetzung entstehenden Kosten für das Berliner Gesundheitssystem schätzt Sagebiel auf rund 82 Millionen Euro.

„Insbesondere wegen des Urteils des Europäischen Gerichtshofs werden sich die Berliner Krankenhäuser nun bewegen müssen“, so die Pressesprecherin der Berliner Ärztekammer, Sybille Golkowski. Sie rechnet mit neuen Arbeitszeitmodellen noch in diesem Jahr in den Krankenhäusern. chv

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